Angeklagter schimpft: „Er ist ein Lügner, ein Lügner, ein Lügner“

dzMesserattacke im Himmelmannpark

Im Prozess um die blutige Messerattacke im Himmelmannpark redet der angeklagte Fröndenberger zunächst ganz ruhig mit den Dortmunder Richtern. Dann bricht es aus ihm heraus.

Fröndenberg

, 07.07.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem er zunächst geschwiegen hatte, ist der mutmaßliche Messerstecher vom Himmelmannpark inzwischen sehr redselig geworden. Lange und ausführlich hat er bereits an einem der letzten Verhandlungstage zur Vorgeschichte der Bluttat und seinem Streit mit dem späteren Opfer Auskunft gegeben. Am Dienstag setzte das Dortmunder Schwurgericht die Befragung fort.

Ausführliche Befragung

Wieder einmal machte der 30-jährige Fröndenberger dabei deutlich, dass er sich eigentlich mehr für ein Opfer als für einen Täter hält. Schon unmittelbar nach seiner ersten Festnahme im Oktober 2019 hatte er von einer Art Notwehr-Situation gesprochen, für die er doch nicht bestraft werden könne.

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Klar ist inzwischen, dass es zwischen dem Angeklagten und einem 25-jährigen Bekannten aus Menden eine Auseinandersetzung gab. Der Mendener soll seinem einstigen Kumpel vorgeworfen haben, dass dieser seine Freundin kontaktiert und mit ihr Nachrichten ausgetauscht habe. Dies sei in der arabischen Kultur, aus der beide Männer stammen, ein absolut verwerfliches Verhalten.

Streit um eine Frau

Am Dienstag wies der Angeklagte aber erneut alle Annäherungsversuche an die 17-Jährige von sich. Und das mit diesen Worten: „Wenn ich etwas von dem Mädchen gewollt hätte, dann hätte ich es mir doch genommen.“ Vor allem aber hätte er niemals den Kontakt zu dem 25-Jährigen gesucht.

Aus Sicht des Fröndenbergers hätte es deshalb niemals zu dem Treffen im Himmelmannpark kommen müssen. Und es sei ja auch so gewesen, dass er seinem Bekannten diverse andere Treffpunkte vorgeschlagen habe, dieser diese jedoch abgelehnt habe. „Er wollte nicht zu mir nach Hause kommen, er wollte nicht zu meiner Arbeitsstelle oder zum Bahnhof kommen. Er war es, der einen dunklen Ort ausgesucht hat. Deshalb gehe ich davon aus, dass er eine Tötungsabsicht hatte“, so der Angeklagte.

Opfer soll ein Lügner sein

Und dann, als er sich einmal schön in Rage geredet hatte, brach es förmlich aus dem 30-Jährigen heraus. „Ich schwöre bei Gott: Er ist ein Lügner, ein Lügner, ein Lügner!“, rief er laut in den Gerichtssaal.

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An einem der nächsten Verhandlungstage soll das Opfer der Messerattacke noch einmal als Zeuge vernommen werden. Nachdem der Mann aus Menden zuletzt aber schon dreimal geladen und dann kurzfristig doch nicht befragt wurde, haben die Richter ihm erst einmal eine Pause zugestanden. Am Dienstag fehlten er und sein Anwalt entschuldigt.

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