Zur Amokprävention werden 2021 Fröndenberger Grundschulen technisch ausgestattet. © Archiv/Peter Bandermann

Amokprävention: Schutz vor Eindringlingen in Fröndenberger Grundschulen

Seit den Amokläufen an Schulen in Winnenden, Erfurt oder Emsdetten ist auch die Stadt Fröndenberg sensibilisiert. 2021 sollen zwei Grundschulen einen besonderen Schutz vor Straftätern erhalten.

Ein Amoklauf an einer Schule ist ein Schreckensszenario. Die Stadt Fröndenberg will für solche Fälle aufrüsten und wird 2021 rund 150.000 Euro investieren.

»Es gibt dafür ein festes Szenario, wie man sich anschließend verhält.«

Stefan Betzinger, stellv. Fachbereichsleiter Bauservice

Klar: Gegen Attentäter, die wie in Winnenden, Erfurt oder Emsdetten in Schulgebäude eindringen und Angst und Schrecken verbreiten, kann man sich nur schwer schützen. Mittels technischer Einrichtungen können derlei Situationen aber zumindest abgemildert werden, bestenfalls auch schnelle Hilfe ermöglichen.

Alle Klassenräume sind angeschlossen

An der Gemeinschaftsgrundschule und an der Sonnenbergschule sollen daher so genannte elektroakustische Anlagen (ELA) installiert werden. Vom Prinzip her handelt es sich dabei um eine Sprechanlage mit einem zusätzlichen Modul, wie Stefan Betzinger, stellvertretender Fachbereichsleiter des Bauservice im Rathaus erläutert.

An die ELA sind neben dem Lehrerzimmer und den Räumlichkeiten der Schulleitung sämtliche Klassenräume angeschlossen, in denen sich ebenso ein Tastschalter befindet, damit bei angenommener Gefahr von einem Unterrichtsraum aus auch alle anderen Klassen alarmiert werden können.

„Es gibt dafür ein festes Szenario, wie man sich anschließend verhält“, so Stefan Betzinger, der dazu aber keine detaillierten Angaben möchte. Die Schuleingangstüren seien während des Unterrichts aber auch heute schon abgeschlossen; eine fremde Person müsste sich also heimlich oder gewaltsam Zutritt in das Gebäude verschafft haben.

Gleichzeitig würden über die ELA auch Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst informiert. Die technische Ausstattung mit der Anlage sei keine Pflichtaufgabe der Stadt, man habe sich aber bewusst für diese Sicherheitsmaßnahme entschieden.

An der Overbergschule wird die Anlage bereits installiert und kann schon bald in Betrieb genommen werden; die Gesamtschule verfügt schon seit Längerem über eine Durchsageanlage.

Durchsagen der Schulleitung möglich

Denn für rein informatorische Mitteilungen der Schulleitungen sind die Anlagen ebenfalls gedacht – und nur dafür sollen sie natürlich nach dem Wunsch von Rat und Verwaltung auch idealerweise genutzt werden.

Die Installation an der Gemeinschaftsgrundschule in diesem Jahr gilt als sicher; an der Sonnenbergschule soll zunächst der geplante Anbau errichtet sein, die ELA wird daher womöglich erst 2022 eingebaut.

Die geplante Investition steht allein noch unter dem Vorbehalt, dass der Haushaltsentwurf im Februar unverändert verabschiedet wird.

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Redaktion Fröndenberg
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Marcus Land