Nachdem Kraftfahrzeugen die Querung des Marktplatzes im Herbst 2019 verboten worden ist, wird in der Karl-Wildschütz-Straße auf die Wendemöglichkeit hingewiesen. Feuerwehr und Rettungsdienst müssen im Notfall aber Zugang bekommen – nach einer technischen Lösung, die Poller versenken zu können, wird noch gesucht. © Marcus Land
Rettungsdienst und Feuerwehr

Amok-Poller: Rettungsweg auf Fröndenberger Marktplatz wird kreisweites Thema

Die Hochsicherheitspoller rund um den Fröndenberger Markt sind seit Monaten in der Versenkung verschwunden. Weil Rettungsfahrzeuge bei Einsätzen schnellstens durchfahren müssen, wird auf Kreisebene eine Lösung gesucht.

Die Anti-Terror-Poller, die nicht nur den Kfz-Verkehr vom Marktplatz fernhalten, sondern auch Menschen bei Veranstaltungen vor Amokfahrten schützen sollen, sind im Herbst 2019 installiert worden. Zu sehen sind sie seither nicht: Es wird mittlerweile an einer kreisweit einheitlichen Zugangslösung gearbeitet.

»In der Frage der Funkansteuerung der Amokpoller strebt der Kreis eine kreisweit einheitliche technische Lösung an.«

Ulrike Linnenkamp, Sprecherin Stadt Fröndenberg

Anfang Januar dieses Jahres hatte die Stadtverwaltung auf Nachfrage darauf hingewiesen, dass eine technische Lösung, wie berechtigten Fahrzeugen problemlos Zugang auf den Markt gewährt werden könnte, weiter gesucht werde.

Man kam zu der Formel: Ist der Personenkreis bestimmbar, also handelt es sich um Anlieger oder Geschäftsleute, könne eine Chipkarte ausgegeben werden; ließen sich jedoch nicht alle Fahrzeuge vorher bestimmen wie bei Feuerwehr und Rettungsdienst, komme eine „Steuerung per Mobilfunk“ in Frage.

Beigeordneter erwartet „eine kurzfristige Lösung“

Von „letzten Abstimmungsproblemen mit der Leitstelle“, sprach nun kürzlich Beigeordneter Heinz-Günter Freck im Ausschuss für Stadtentwicklung, ohne Näheres zu den „Problemen“ zu sagen. Man erwarte „kurzfristig eine Lösung“.

Unter anderem Rettungsfahrzeuge müssen die Elektronik der versenkbaren Poller ansteuern können. Deshalb ist es wichtig, dass mit der neuen Technik alles stimmt. © Hornung © Hornung

Der Kreis Unna verweist auf entsprechende Nachfrage darauf, dass man als zuständige Straßenverkehrsbehörde lediglich die Beschilderung des Bereichs angeordnet habe, also das Verbot der Marktquerung.

„Die Betätigung des Pollers ist aber Sache der Stadt Fröndenberg/Ruhr“, heißt es aus dem Kreishaus. Details seien nur im Rathaus zu erfahren. Von dort heißt es dazu: „In der Frage der Funkansteuerung der Amokpoller strebt der Kreis eine kreisweit einheitliche technische Lösung an. Mit diesem Fokus werden kurzfristig Gespräche stattfinden.“

Stadt Unna versenkt Poller in der Schublade

Offenbar ist die „Betätigung des Pollers“ also doch nicht ausschließlich Sache der Stadt Fröndenberg. In der Nachbarstadt Unna ist übriges eine angedachte Installierung von versenkbaren Pollern für die Fußgängerzone kürzlich als Lösung verworfen worden.

Die geschätzten Kosten von 486.000 Euro will man Unna nun anders verbauen und behilft sich mit Wassertanks als Barrieren. Die Bauverwaltung verwies im Februar auch auf komplizierte Vorplanungen wegen der notwendigen Steuersystemen für Feuerwehr und Busse, die bei Bedarf freie Fahrt haben müssten.

Außerdem rechnet man in Unna mit einem erheblichen Unterhaltungsaufwand, weil der Absenkmechanismus störanfällig sein könne.

Über den Autor
Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
Zur Autorenseite
Marcus Land
Lesen Sie jetzt