Alternativroute für Schwerlastverkehr liegt weiter in der Schublade

dzUmgehungsstraße

Über Lärm und Gefahren durch Schwerlastverkehr beklagen sich schon lange Anwohner aus der Palz und der Hohenheide. Zwar gibt es ein Vorhaben – doch das wurde 2019 in der Schublade gelassen.

Fröndenberg

, 02.12.2019, 15:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kreis- und Landesstraßen über die Palzdörfer und über die Hohenheide sind zumeist nicht gut ausgebaut und holprig. Der Schwerlastverkehr wirkt sich für die Anwohner spürbar auf Sicherheitsgefühl und Lebensqualität aus.

Eine Vielzahl von Eingaben führte Ende 2018 dazu, dass der Kreis Unna 20.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie in den Kreishaushalt eingestellt hat. Die Studie soll erörtern, ob eine Umgehung der Kreisstraße 24 technisch zu realisieren ist.

»Ich habe den Eindruck die Machbarkeitsstudie verschwindet auf Nimmerwiedersehen in der Schublade.«
Hubert Leinweber, Initiative „Wir – für die Palz“

Vor einem Jahr war man im Kreishaus noch guten Mutes, dass ein Ergebnis der Studie Ende 2019 vorliegen könnte. Daraus wird nichts mehr. „Es fehlen die Planungskapazitäten“, heißt es in Unna. Sprich: Es fehlt Personal, um die Studie überhaupt für externe Ingenieurbüros auszuschreiben.

Über die K 24 fließt ein Großteil des Lkw-Verkehrs aus dem Gewerbegebiet Westick und von Speditionen Richtung B1 und Autobahn ab. Damit sind vor allem Anwohner in Westick und auf dem Hirschberg von Lärm und Immissionen betroffen.

Die Studie soll eine eventuelle Verlegung der K 24 (Querweg) „zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und besseren Anbindung künftiger Gewerbegebiete“ untersuchen.

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Zur Sache

Bürgerbeteiligung und Planfeststellung

  • Die Erstellung einer Studie würde nach Ausschreibung und Vergabe rund sechs Monate in Anspruch nehmen.
  • Für die Machbarkeit einer Umgehungsstraße müssten unter anderem Verkehrszahlen erhoben und die mögliche Straßenbreite untersucht werden.
  • Das Ergebnis ist offen. In Betracht kommt aber vorzugsweise eine Trasse östlich der jetzigen über den Hirschberg.
  • Sollte eine Umgehungsstraße machbar sein, müssten zwingend zuvor die Bürger beteiligt und ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Ein solches Verfahren kann mehrere Jahre dauern.
  • Der Kreis Unna könnte die Umgehungsstraße nicht allein aus Eigenmitteln finanzieren. Daher müsste eine Förderung beim Land beantragt werden und das Vorhaben auf eine Prioritätenliste gelangen.

Die Alternativroute über die Palzstraße trifft die Siedlungen in Frohnhausen, Stentrop und Bausenhagen. Als Alternative sieht Hubert Leinweber diese Strecke aber eigentlich gar nicht: Viel zu eng bei Begegnungsverkehr berge die Route eher Risiken, als dass sie den Transporteuren Vorteile bringt.

Leinweber ist einer der Wortführer der Initiative „Wir – für die Palz“, die sich für eine Entlastung von Schwerlastverkehr seit Jahren einsetzt. „Ich habe den Eindruck die Machbarkeitsstudie verschwindet auf Nimmerwiedersehen in der Schublade“, so Leinweber zu der Nachricht aus Unna.

Mangels Alternativen müsse sich der Schwerlastverkehr quer durch die Innenstadt bis zur B233 in Langschede oder in umgekehrter Richtung über die sehr schmale Landstraße quälen.

Die Palz-Initiative will daher auch 2020 nicht locker lassen und weiter für ihre Anliegen kämpfen. Vielleicht komme im Jahr von Bürgermeister- und Kommunalwahl ja wieder mehr Bewegung in die Sache, hofft Leinweber.

Aus dem Kreishaus heißt es immerhin, dass der Posten von 20.000 Euro für die Machbarkeitsstudie in den Kreishaushalt für 2020 verschoben werden soll.

Ob die Studie denn auch im nächsten Jahr in Auftrag gegeben werde? „Da sind wir ganz zuversichtlich“, ist am Montag zu erfahren.

Alternativroute für Schwerlastverkehr liegt weiter in der Schublade

Wollen 2020 weiter Gas geben für mehr Sicherheit auf den Straßen (v.l.): Meinolf Müller, Hubert Leinweber, Clemens Stemper und Wilfried Nierhoff von der Initiative „Wir – für die Palz“. © Marcus Land

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