Seit September bereitet sich Dominik Schwerte auf den großen Moment vor: Mit Beginn der Adventszeit wird der Garten seines Elternhauses an der Altendorfer Straße zum Winterwunderland.

Altendorf

, 19.11.2018, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwar hat Dominik Schwertes Leidenschaft für Lichterglanz ihren Ursprung in einem Las-Vegas-Trip vor rund vier Jahren - bei der Weihnachtsbeleuchtung am Haus und im Garten seiner Eltern mag er es aber lieber „traditionell“. „Nichts Buntes und nichts was blinkt“, betont der 19-Jährige. Das sei für ihn nicht weihnachtlich, sondern kitschig. „Nun ja, Geschmackssache“, wirft Mutter Dagmar Schwerte ein. So beschränkt sich die Farbgebung der Weihnachtswelt, dessen Schöpfer Dominik Schwerte jedes Jahr aufs neue ist, auf den Wechsel zwischen feierlich warmem und kaltem Licht. Aber das leuchtet aus nahezu jedem Busch, und von jedem Baum.

In wenigen Tagen geht es los

Nur noch wenige Tage sind es hin, bis die Weihnachtsbeleuchtung am Haus an der Altendorfer Straße angeschaltet wird. Die ganze Familie, Nachbarn und Freunde fiebern der Adventszeit entgegen. Seit Wochen helfen sie bei den Vorbereitungen, die allein nicht mehr zu stemmen wären. Zu 90 Prozent liegen sie aber in der Hand von Dominik Schwerte. Genauer gesagt seit Septamber arbeitet der 19-jährige Auszubildende täglich aufs große Anschalten hin. Manchmal auch die Nacht durch. „Ein Glück, dass er jetzt die Scheune nutzen kann“, sagt Mutter Dagmar Schwerte. Um den Garten mit 70.000 Lichtern an 350 Lichterketten auszustatten, sind etliche Kabel nötig. Deshalb hat Schwerte einen Wagen aus Europaletten gebaut. Mit dem kann er das Material aus Garage und Scheune bequem hinters Haus transportieren.

Futterkrippe, Eisscholle und Neontiere

Zu den Kabeln und Ketten kommen besondere Elemente wie Futterkrippe, Deko-Artikel, Neon-Tiere. Und nicht zuletzt die große Eisscholle aus Styropor, das Herz der Arktis-Welt, die im hinteren Garten beginnt und anders als der Rest nicht in festlich warmem Licht, sondern frostig kalt leuchtet.

Altendorfer Weihnachtshaus erstrahlt mit über 70.000 Lichtern an 350 Ketten

Die große Eisscholle aus Styropor soll zu Beginn der Adventszeit im Pool schwimmen. © HENNES

Wenn zum ersten Advent alles fertig ist, soll die Eisscholle auf dem Pool der Familie treiben. Das Wasser kommt normalerweise aus dem Brunnen. Doch weil es in diesem Sommer kaum geregnet hat, ist der Brunnen ausgetrocknet. So muss der Pool wohl oder über mit kühlem Nass aus dem Wohnhaus geflutet werden. Nicht die einzige Wetter-Auswirkung: „In kurzer Hose Weihnachtsdeko aufzuhängen, das war schon komisch“, erinnert sich Dominik Schwerte an einige Tage im September, die über 20 Grad bescherten.

Altendorfer Weihnachtshaus erstrahlt mit über 70.000 Lichtern an 350 Ketten

Rund um den Pool der Familie Schwerte entsteht wieder die Arktis mit Eisscholle auf dem Wasser. © Privat

2,5 Tausend Euro kostet das Hobby

Mit rund 2,5 Tausend Euro pro Winter belastet das Hobby den Geldbeutel von Familie Schwerte. Denn seit vier Jahren muss es jeden Dezember etwas mehr sein. Und an Materialschwund kommt auch einiges zusammen. Ein Teil der Lichter geht während der Lagerung kaputt. Andere lassen die Weihnachtsfans während des Aufbaus im Stich. So dieses Jahr die Lichterkettchen, die mühselig um jeden Stein am „Zauberteich“ gewickelt wurden. Anstatt sich zauberhaft in der Wasseroberfläche zu spiegeln, blieben sie aus. Oder der Eisregen am Hausdach. Um die leuchtenden Zapfen anzubringen, mietet Dominik Schwerte immer einen Hubsteiger aus Holzwickede. Allein der kostet 300 Euro. Zur Feier des Tages waren die Lichter diesmal kaputt.

Finanziell mit eingespannt ist auch die Schwiegermutter. Läuft der Strom doch seit Jahren über Omas Anschluss. Etwa 800 Euro extra kämen im Dezember zusammen, erklärt Dagmar Schwerte. „Wir haben ihr jetzt die Abschläge raufsetzen lassen, damit kein allzu großer Batzen auf einmal zurückgezahlt werden muss.“ Nach und nach stellt die Familie auf LED-Technik um. Die sei zwar teurer in der Anschaffung, verbraucht aber wesentlich weniger Strom.

Alle 400 Steckdosen müssen wasserdicht sein

„Die größte Herausforderung ist es, alle 400 Steckdosen wasserdicht zu bekommen“, sagt Dominik Schwerte. Schnee spiele da fast noch übler mit als Regen. Weil das Wasser beim Schmelzen langsam in die Anschlüsse kriecht. Doch inzwischen kennt der 19-Jährige die Tricks - weiß sich bei fast allen Problemen zu helfen. So ist er auch in diesem Jahr zuversichtlich, dass zum 1. Dezember alles einwandfrei glänzt und leuchtet.

Pünktlich zur Adventszeit ab Anfang Dezember gehen die Lichter am Altendorfer Weihnachtshaus täglich von 17 bis 22 Uhr an. Dann sind alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt eingeladen, in den Abendstunden vorbeizuschauen. An Wochenenden macht Dominik Schwerte Führungen durch den Garten und erklärt seine Lichtinstallation. Verweilen können die Gäste dann am großen schön geschmückten Weihnachtsbaum, den Schwerte selbst in Altendorf schlägt. Es gibt Glühwein und Kinderpunsch zu kaufen. Der Erlös wird gespendet.
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