Aldi gehört jetzt das Gebäude am Bruayplatz, das für den Neubau seines Marktes abgerissen werden soll. Zur Schaffung von Wohnraum, wie es die SPD nun fordert, will man sich indes nicht verpflichten lassen.

Fröndenberg

, 11.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Einen großen Schritt auf dem Weg zu seinem neuen Supermarkt hat der Discounter Aldi gemacht: Das Unternehmen ist mittlerweile Eigentümer der Immobilie am Bruayplatz 2, 4 und 6, die für einen Neubau weichen soll.

Aldi ist kürzlich in das Grundbuch eingetragen worden

Der Eigentumserwerb sei nun abgeschlossen, indem das Grundbuch entsprechend geändert worden ist, sagte Matthias Nysten, Leiter Immobilien und Expansion bei der Aldi Immobilienverwaltung in Werl, auf Anfrage. Einige Flurstücke, die Aldi für den Neubau noch benötigt, gehören der Stadt Fröndenberg beziehungsweise dem Land NRW. Daher stehen mit der Stadtverwaltung und mit dem Landesbetrieb Straßen NRW noch weitere Grundstücksverhandlungen an.

Aldi ist nun Eigentümer am Bruayplatz und will sich keine Wohnungen aufs Dach setzen lassen

Diese Entwurfsansicht zeigt, dass der geplante Neubau von Aldi deutlich näher an den Überwurf heranrücken soll. Aldi will zudem mehr Parkplätze für seine Kunden schaffen. © privat

Unterdessen zeigt sich Aldi überrascht von dem Vorstoß der SPD Fröndenberg-Mitte. Der Ortsverein hatte kürzlich an den Stadtrat einen Antrag gerichtet, der das Thema Wohnraum wieder auf die Tagesordnung hebt. Im derzeitigen Gebäude befinden sich neben der Aldi-Filiale und einem Fitnessstudio auch sieben Privatwohnungen. Nach einem Abriss entfällt der Wohnraum ersatzlos, weil der Aldi-Neubau ein Flachdach erhalten soll. Lokalpolitiker hatten bei der Vorstellung der Aldi-Pläne vor zwei Jahren eine Photovotaikanlage oder eine Begrünung des Daches gefordert.

Aldi ist nun Eigentümer am Bruayplatz und will sich keine Wohnungen aufs Dach setzen lassen

Sorgen äußerten Teilnehmer des Stadtgesprächs über das Aussehen der künftigen Raumkante an der Grenze von Bruayplatz und Aldi-Grundstück. Nach den aktuellen Entwürfen fällt nach einem Abriss des Gebäudes die Hauswand als Begrenzung weg. © Marcus Land

Die Verwaltung soll nun prüfen, „ob im Zuge des Neubaus eines Aldi-Marktes der Bauherr dahin verpflichtet werden kann, auf dem Flachdachgebäude Wohnraum zu schaffen“, schreibt die SPD in ihrem Antrag. Für Aldi kommt dieses Ansinnen aus zwei Gründen nicht in Frage. Grundsätzlich habe man ein „Konzept ohne Wohnen“, erläutert Matthias Nysten. Selbst in Großstädten, wo von Fall zu Fall Wohnungen über den Märkten vorgesehen werde, geschehe das nur in Lagen, wo es sinnvoll sei. „Wir sehen aber keinen Sinn darin, neben der am stärksten frequentierten Straße in Fröndenberg Wohnraum zu schaffen“, so Nysten.

»Wir erwarten nun auch eine gewisse Verlässlichkeit von der Lokalpolitik.«
Matthias Nysten, Leiter Immobilienverwaltung Aldi

Aldi will den neuen Markt weiter in Richtung des Überwurfs bauen. „Hochwertiger Wohnraum“, den man ja durchaus auch schaffe, sei dort nicht realisierbar. Die jetzige Initiative sei zudem unverständlich, weil man mit fotorealistischen Darstellungen die Pläne vor zwei Jahren im Rat vorgestellt habe. Wohnraum auf dem neuen Gebäude sei damals kein Thema gewesen. „Wir erwarten nun auch eine gewisse Verlässlichkeit von der Lokalpolitik“, sagte Matthias Nysten.

Aldi ist nun Eigentümer am Bruayplatz und will sich keine Wohnungen aufs Dach setzen lassen

Tatsächlich verschatten nicht nur die hoch gewachsenen Bäume, sondern auch das Gebäude, das bislang noch den Aldi-Markt beherbergt den Bruayplatz. © Marcus Land

Aus seiner Sicht werde der gesamte Bereich künftig an Qualität gewinnen, wenn nach der städtebaulichen Umgestaltung ein Flachbau neben dem Bruayplatz errichtet wird. Das jetzige zweieinhalbgeschossige Gebäude verschatte den Bruayplatz tagsüber stark. Künftig öffne sich zudem auch der Parkplatz zum Bruayplatz hin. Die Verschattung des Platzes, allerdings durch die hochgewachsenen Bäume, war auch Thema des öffentlichen Stadtgesprächs zum Bruayplatz.

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Skepsis wegen künftiger Abgrenzung zwischen Bruayplatz und Aldi

Skepsis kam dort nach dem Einwurf eines Bürgers auch hinsichtlich der künftigen Raumkante auf. Heute wird der Bruayplatz nach Westen noch durch das Gebäude begrenzt. Allerdings ist das Gelände leicht abschüssig und die Befürchtung eines Höhenversatzes von bis zu zwei Metern zum künftigen Aldi-Gelände kam auf. Vertreter von SPD, CDU und Grünen hatten bei dem Stadtgespräch angekündigt, bei der Feinabstimmung der Aldi-Pläne in den Fachausschüssen auf einen „stimmigen“ Übergang achten zu wollen. „Wir werden da sehr genau drauf achten“, sagte auch Beigeordneter Heinz-Günter Freck zu.

Aldi ist nun Eigentümer am Bruayplatz und will sich keine Wohnungen aufs Dach setzen lassen

Die gestrichelte Linie zeigt den Bereich an, der vom künftigen Bebauungsplan Nr. 116 "Am Bruayplatz" umfasst sein soll. Die große graue Fläche stellt das bestehende Gebäude mit der Aldi-Filiale dar. © Stadt Fröndenberg

Bauantrag für den Discounter soll realistische Planungen enthalten

Matthias Nysten kündigte unterdessen an, dass Aldi im Zuge seines Bauantrages eine Höhen- und Gebäudeplanung vorlegen werde, die mit dem benachbarten Bruayplatz kompatibel sei. Bereits bei der Präsentation vor zwei Jahren war von einer „lichtdurchlässigen Raumkante“ zum Bruayplatz gesprochen worden. Der Discounter rechnet allerdings nicht damit, dass man den Neubau innerhalb der nächsten zwei Jahre fertiggestellt hat.

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