Aerosole in der Sporthalle: Fröndenberg will Ansteckungsrisiko „unverzüglich“ ausschalten

dzSchnelle Sanierung

Die Corona-Pandemie fördert es zu Tage: Der Luftaustausch in zwei Sporthallen der Gesamtschule Fröndenberg ist mangelhaft. Die Stadt will nun schnell handeln und noch in diesem Jahr sanieren.

Fröndenberg

, 16.08.2020, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Raumluft ist ein wesentlicher Träger von winzigen Atemtröpfchen. Diese Aerosole können das Coronavirus in sich führen. In zwei von fünf Sporthallen der Gesamtschule Fröndenberg ist das Ansteckungsrisiko offenbar größer.

Die Stadtverwaltung hat in den Sommerferien die Belüftung in den Sporthallen überprüft. Schon lange ist bekannt, dass ausgeatmete oder durch Husten und Niesen versprühte Aerosole in der Luft das Virus auf Menschen übertragen können. Forscher in den USA haben erst kürzlich vermehrungsfähige Sars-Cov-2-Viren in Aerosolen gefunden und damit den noch fehlenden wissenschaftlichen Nachweis dafür erbracht, dass Covid-19 über die Luft übertragen werden kann.

Querlüftung in zwei Sporthallen nicht möglich

Die Stadt Fröndenberg hat nun festgestellt, dass in zwei Sporthallen eine Querlüftung nicht möglich ist, weil nur sehr geringe Fensterflächen geöffnet werden können.

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Die Verwaltung warnt nun davor, dass wechselnde Gruppen die betroffenen Sporthallen weiter durchgehend nutzen. Weil Schulsport derzeit in der Regel draußen veranstaltet wird, gebe es hier zwar „keine Brisanz“, war aus dem Rathaus zu erfahren. Sportgruppen sollten die beiden Hallen aber nur mit deutlichen zeitlichen Abständen nutzen. Die anderen Sporthallen ließen sich ausreichend belüften.

Die stickigen Sporthallen 1 und 5 sollen nun so schnell wie möglich coronatauglich gemacht werden. Der Finanzausschuss muss dem noch zustimmen.

Entgegen kommt der Stadt dabei das derzeit abzuarbeitende Sanierungsprogramm der Gesamtschule. In dessen Rahmen ist ohnehin geplant, die Fassaden der beiden Hallen energetisch zu sanieren – allerdings laut Zeitplan erst im Jahr 2024.

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Diese Baumaßnahme will man nun vorziehen und zwar „unverzüglich“. Die Verwaltung macht also Druck – mit gutem Grund. Denn bei der Sanierung der Fassade soll planmäßig auch die Be- und Entlüftungstechnik verbessert werden.

Die Bauverwaltung schätzt, dass die Maßnahme rund 150.000 Euro kosten wird. Außerplanmäßig müsse das Geld aber nicht fließen, man könne im Haushalt quasi umschichten, nämlich Mittel für andere in diesem Jahr vorgesehene Investitionen, die aber bislang noch nicht realisiert worden sind.

Regelmäßiger Luftaustausch in den Klassenräumen

Die Raumluft in der Gesamtschule war im Juni schon einmal Thema im Stadtrat. Bauamtsleiter Martin Kramme hatte nach einer Anfrage der Schulausschussvorsitzenden Ruth Schneider versichert, dass in den Klassenräumen eine gute Luftqualität herrsche. Es könne entweder quergelüftet werden oder die Raumluft werde durch eine dezentrale Belüftungsanlage ausgetauscht.

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