Adjiri Odametey bringt westafrikanische Klänge nach Fröndenberg

dzKfU-Konzert

Der Rhythmus tropfte wie Tau aus einem Blätterdach, als der afrikanische Künstler und seine Musikgruppe die Gäste in der Kulturschmiede mit exotischer Weltmusik begeisterten.

Fröndenberg

, 01.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Exotisches gab es beim letzten Konzert der Saison auf der Bühne der Kulturschmiede: Der ghanaische Multiinstrumentalist Adjiri Odametey und zwei Begleiter brachten den zahlreichen Besuchern in bunt bedruckter Kleidung westafrikanische Klänge nahe. Nach einem ersten Auftritt hatte der Verein „Kultur für Uns“ das Trio im Jahr seines 40-jährigen Bestehens erneut eingeladen.

Der Mann mit der Lederkappe sang zur akustischen Gitarre und seine Begleiter an E-Bass und Kalimba ließen den Rhythmus wie Tau aus dem Blätterdach tropfen. Ein wenig mehr Fahrt nahm der nächste Titel auf: Während Odametey die Schlagzeug-Fußmaschine gegen das Cajon unter sich schnellen ließ, durchstreifte sein Gesang mehrere Stimmlagen. Unterstützung fand er in vielfältiger Percussion und Background-Vocals. Zum Handclapping forderten die Musiker auf. Kaum ein Fuß im Publikum verharrte still.

Warme, meditative Gesänge und Perscussions

Die Seele der Vorfahren rief Odametey mit der Mbira an: „Don’t worry, everything will be o.k.“ in einer afrikanischen Sprache. Warme, meditative Gesänge banden die Percussions zusammen. Ein Large Thumb Piano, das ist Mischung aus Kalimba und Cajon, gelangte zum Einsatz. „Dzen“, das ghanaische Wort für Welt, ist zugleich Titelsong seiner neuen CD, ausgesprochen wie der arabische Flaschengeist: Dschinn! Als Schlaginstrument behandelte Odametey seine Gitarre. Ein Begleiter schwang die Caxixi, Korbrasseln des brasilianischen Capoeira. Balladen mit rhythmischen Akzenten, das Spiel auf der Kora, einer afrikanischen Harfe, bestehend aus einer lederbezogenen Kalebasse mit Stiel, zwei Griffhölzern und einer Besaitung aus Angelschnur, begeisterten. Zum „Savannah Swing“, einem Kora-Solo spielte er mit Daumen und Zeigefingern beider Hände, hielt die Griffhölzer umklammernd das Instrument zwischen den Knien.

„Ghana Rock“ mit Rasseln und stählernen Kastagnetten

Wie ein Western-Trott schleppte sich ein Song dahin. Aufs Conga-Trommeln verlegten sich die Musiker nach der Pause beim „Ghana Rock“ mit Rasseln, stählerne Kastagnetten dazu. Odametey bediente gleich drei Congas, große Trommel und Tambourin mit Händen und Füßen. Die Zuhörer klopften den ekstatischen Rhythmus mit, klatschten in festgelegter Folge selbst zu einem Initiationsritus. Wehmütig, vertraut und doch fremd gestaltete Odametey die anrührende Ballade „Mala“. Spirituelles entließ ein bestens unterhaltenes Publikum in den Abend.

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