Achtung Skifahrer: In kalten Wintern wurde die Ruhrstadt zur Piste

dzWinter in Fröndenberg

„Wann wird es endlich wieder Winter?“, fragen sich viele Fröndenberger – und erinnern sich gerne zurück an die Zeit, als die Ruhrstadt noch regelmäßig „Wintersportgebiet“ war.

Fröndenberg

, 24.02.2020, 13:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie schade, dass es damals noch keine Handys gab, sonst stünden sicherlich mehr Fotos zur Verfügung, sagt die Fröndenbergerin Ilka Kohlschein, die sich noch an knackige Winter erinnern kann, in denen sie unweit ihrer Haustür in die Bindung springen konnte.

Im Internet hat die Fröndenbergerin ein Foto veröffentlicht, das an diese Zeit erinnert. Eine Art Warnschild, das immer noch dort steht, wo sich vor über 30 Jahren Skifahrer den Mühlenberg etwa parallel zur Eulenstraße hinabstürzten – auch wenn das Vergnügen ein kurzes war, wie Ilka Kohlschein berichtet.

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„Ich kann mich gut daran erinnern, dass wir etwa Ende der 80er Jahre sowohl mit Schlitten, als auch mit Skiern da runter gefahren sind“, berichtet die Fröndenbergerin. Die „Abfahrt“ sei sehr kurzweilig und bis auf ein paar kurze Wedler mehr geradlinig im Schuss zu nehmen. „Zu der Zeit gab es ja noch keine Carving-Ski, sodass man mit 1,85 Meter langen Ski nicht viel Spielraum zum Wedeln hatte. Es waren ja auch einige Schlittenfahrer unterwegs.“

Zu Fuß bis auf die Piste

Da Ilka Kohlschein zu der Zeit im Margueritenweg wohnte, war der Veilchenweg, wo die „Piste“ beginnt, super zu Fuß zu erreichen. Eine andere beliebte „Abfahrtsstrecke“ für Ski- und Schlittenfahrer waren die Wächelten von der Hohenheide aus gesehen, erinnert sie sich.

Zum Schlittenfahren gab es in Fröndenberg und Umgebung früher fast jeden Winter genug Schnee. das berichten die Bürger.

Zum Schlittenfahren gab es in Fröndenberg und Umgebung früher fast jeden Winter genug Schnee. das berichten die Bürger. © Archiv Hellweger Anzeiger

„Natürlich war das kein Vergleich zum Winterurlaub in den Alpen, aber wir hatten trotzdem eine Mordsgaudi. Wenn man dann nach einem kurzen Rutsch mit kalten, roten Wangen unten angekommen war, wollte man nur noch eins: Wieder hochkraxeln“, erinnert sich die Fröndenbergerin gerne an diese „wirklich schöne Zeit“. Auch wenn sie im Nachhinein zugeben muss, dass die Abfahrt nicht unbedingt die rasanteste war.

Eulenstraße wurde bei Schnee zur Hürde

Stadtarchivar Jochen von Nathusius weiß ebenfalls, dass es in Fröndenberg den einen oder anderen kalten Winter mit viel Schnee gegeben hat. Entsprechende Bilder im Stadtarchiv findet er auf Anhieb aber kaum. Im Winter 1961 auf 1962 sei Fröndenberg so verschneit gewesen, dass die Fröndenberger die Eulenstraße nicht mehr hochgekommen sind. Ein tolles Revier zum Schlittenfahren habe es auch im Bereich Wittgenhege gegeben.

Im Winter von 1953 auf 1954, die Ruhrbrücke war noch neu, gab es in Fröndenberg reichlich Schnee.

Im Winter von 1953 auf 1954, die Ruhrbrücke war noch neu, gab es in Fröndenberg reichlich Schnee. © Stadtarchiv

Vorstellen kann sich Jochen von Nathusius, dass die Osbtbürener Straße und zur Zeiten, als es noch nicht so viel Verkehr gab, die Eulenstraße als Ski- und Rodelpisten genutzt wurden. Bei scharfem Frost, so hätten es einige Fröndenberger berichtet, war sogar die Ruhr zugefroren. Nicht im Bereich des Wasserwerks, wo die Durchflussgeschwindigkeit hoch ist, aber an anderen Stellen hätten die Menschen zu Fuß ans andere Ufer gehen können.

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Mit dem Rodel an der Wittgenhege

Um die zehn Jahre alt war Rolf Hollmann, als er mit seinem selbst gebastelten Rodel an der Wittgenhege in Westick gefahren ist. „Das war Wintersportgebiet“, sagt er. Rund 30 Kinder waren bei entsprechendem Wetter am Hang.

So schön wie hier in diesem Fröndenberger Garten, wird in diesem Winter in Fröndenberg voraussichtlich kein Schneemann mehr gebaut werden können.

So schön wie hier in diesem Fröndenberger Garten, wird in diesem Winter in Fröndenberg voraussichtlich kein Schneemann mehr gebaut werden können. © Archiv Hellweger Anzeiger

„Eigentlich lag jeden Winter viel Schnee“, glaubt sich Hollmann zu erinnern. Räumt gleichzeitig aber ein, dass er die Dinge als Kind vielleicht auch anders wahrgenommen habe. Noch genau erinnert er sich aber an die „baumwollenen Trainingsanzüge, die man am Ende des Tages dann steif gefroren in die Ecke stellen konnte“. Schlittschuh ist er auf dem Teich bei Schulze-Westick gelaufen.

Fotos gesucht

Wer ist als Kind durch die Stadt gerodelt?

  • An die tollen Winter von damals können sich offenbar viele erinnern. Bilder aus der Zeit, als Fröndenbergs steile Hänge zu Ski- und Rodelpisten wurden, gibt es allerdings wenige.
  • Haben Sie weiße Winter in Fröndenberg miterlebt – und davon noch Bilder im Familienalbum? Dann senden Sie uns Ihre Fotos und Eindrücke gerne an froendenberg@hellwegeranzeiger.de

Dass es in den vergangenen Jahren nicht mehr so viel geschneit hat, habe aber auch einen Vorteil, den Rolf Hollmann durchaus zu schätzen weiß. „Mann muss nicht mehr so viel Schnee schüppen.“

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