Wohngebiet Lehmke: Ablehnung der Tempo-30-Zone stößt auf Unverständnis

dzVerkehrssicherheit in Fröndenberg

Während an der Straße Lehmke nicht weiter in den Verkehr eingegriffen wird, soll es am Neimener Weg ähnlich gelagerte Probleme geben.

Fröndenberg

, 22.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Mir sind die Hände gebunden“, beteuerte Fröndenbergs Erster Beigeordneter Heinz Günter Freck im Bau- und Verkehrsausschuss – während die Ausführungen von Stadtverwaltung und Straßenverkehrsbehörde Unna zur Geschwindigkeitsreduzierung im Wohngebiet Lehmke bei der FWG auf absolutes Unverständnis stießen.

Nach Ansicht der Freien Wähler wird die unscheinbare Straße in Frohnhausen als Verbindungsweg von der Landstraße in Richtung Hohenheide genutzt, weshalb das Verkehrsaufkommen hoch sei. Aus diesem Grund forderte die FWG bereits im vergangenen Jahr, dass die zugelassene Geschwindigkeit auf Tempo 30 reduziert wird.

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Stadtverwaltung und die Straßenverkehrsbehörde des Kreises Unna geben nach Geschwindigkeitsmessung und Ortstermin nun aber an, das weder zu schnell gefahren werde, noch weitere Gefahren bestünden. Mehrere Gründe sprächen gegen die Geschwindigkeitsreduzierung.

Ergänzung der SPD

Gleiche Probleme in weiteren Straßen

  • Vor wenige Tagen erst hatte die SPD-Fraktion einen Ergänzungsantrag zu den Forderungen der Freien Wähler gestellt.
  • Demnach kann die Situation des Wohngebiets Lehmke mit der des Neimener Wegs (Oberdorf) vergleichen werden.
  • Beide Wohngebiete würden als Abkürzung in Richtung Hohenheide genutzt – und in beiden Wohngebieten würden Familien mit Kindern leben.
  • Auch dieses Wohngebiet sollte als Tempo-30-Zone ausgewiesen werden.
  • Die Gefahr für Anwohnern und Spaziergängern durch zu schnelles Fahren, Landschaftsschädigung durch Abkürzungsverkehr sowie die Behinderung landwirtschaftlicher Fahrzeuge müsse verhindert werden, so die SPD-Fraktion.

Keine Gehwege, keine Geschwindigkeitsbegrenzung

Die FWG beharrte im Ausschuss auf ihrem Standpunkt: Das Wohngebiet verfüge lediglich über eine schmale Fahrbahn mit nur einem Fahrstreifen für beide Richtungen, auf dem es „noch nicht mal“ eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Km/h durch ein Ortseingangsschild gebe. Es mangle an Gehwegen und befestigten Randstreifen.

Wie könne es die Stadt da zulassen, dass die dortigen Schulkinder durch eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h gefährdet werden, fragte Michael Kirejewski für die Freien Wähler. Ebenfalls könne es die FWG nicht verstehen, dass die Stadt auf eine allgemeine Rücksichtnahmepflicht von Verkehrsteilnehmern gegenüber Fußgängern baue – und darauf, dass die Straßenführung kein Rasen zulasse.

„Wer dort schneller fährt als 20, hat einen Nagel im Kopp“, ergänzte der Ausschussvorsitzende Harald Bartel (CDU) salopp. Das Argument des Kreises, dass Tempo 30 Verkehrsteilnehmer noch dazu animiere, die Geschwindigkeit auch zu erreichen, ist aus Sicht der Freien Wähler dennoch falsch. „Wenn wir dieser Einschätzung folgen, können wir ab jetzt ja gänzlich auf Geschwindigkeitsbegrenzungen verzichten“, polemisierte Kirejewski.

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Antrag wurde im Fachausschuss zurückgestellt

Die Stadtverwaltung konnten der FWG allerdings keine Hoffnung auf eine 30-Zone für das Wohngebiet Lehmke machen, weil die Straßenverkehrsbehörde zuständig wäre. Hierzu müssten unter anderem auch Ortseingangsschilder angebracht werden. So wurde der Wunsch nach Tempo 30 fürs Wohngebiet zunächst zurückgestellt.

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