Abhängig von Stadtwerken: Fröndenberger will mit Gas heizen, bekommt aber keinen Anschluss

dzAlte Ölheizung

Der Fröndenberger Siegfried Grüning muss seine alte Heizung austauschen. Er möchte eine Gasheizung, die umweltschonender verbrennt – doch dazu fehlt die Leitung. Ein Problem, das einige Fröndenberger teilen.

Fröndenberg

, 05.11.2019, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Siegfried Grüning wohnt an der Schlotstraße in Fröndenberg und er möchte gerne umweltfreundlich heizen. Mit Gas. Seine alte Ölheizung muss ohnehin bald ausgetauscht werden. Doch einen Gasanschluss wird der Hausbesitzer wohl nicht bekommen.

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„Da warten wir seit 30 Jahren drauf“, sagt Siegfried Grüning. Zehn Häuser gebe es an der Straße, die alle schon seit Jahrzehnten mit Öl heizen. Jetzt ist seine Heizung 30 Jahre alt. Und, wenn nichts passiert, ist er gezwungen, sich die nächste Ölheizung anzuschaffen – für weitere 30 Jahre. Und das in einer Stadt, die sich zuletzt damit geschmückt habe, besonders umweltfreundlich zu agieren.

Zur Schlotstraße führt bisher noch keine Gasleitung

Warum in diesem Bereich in den vergangenen Jahrzehnten keine Gasanschlüsse gelegt wurden, erklärt Bernd Heitmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Fröndenberg: Es gebe bisher weder in der Schlotstraße noch in der davor liegenden Straße eine Gasleitung. Das bedeutet, dass die Stadtwerke mit einer neuen Leitung eine Strecke von rund 550 Metern überbrücken müssten. Es gebe zwar noch eine kürzere Strecke, die allerdings von Bahngleisen gekreuzt werde – und aus diesem Grund keine Alternative ist.

Abhängig von Stadtwerken: Fröndenberger will mit Gas heizen, bekommt aber keinen Anschluss

Hinter dem weißen Haus links verläuft die Bahnstrecke, in der Siedlung dahinter gibt es Gas. Doch eine Verbindung zu den Häuser der Schlotstraße kann nicht geschaffen werden. © Marcel Drawe

Allein die notwendigen Tiefbauarbeiten im Boden würden etwa 130 Euro pro Meter Gasleitung kosten. „Da wäre man schnell bei 70.000 Euro. Für einen einzelnen Anschluss ist das unverhältnismäßig“, so Heitmann. Die Entfernung, die die neue Gasleitung überbrücken müsste, sei einfach zu groß, so der Stadtwerkechef. Die Kosten für die Leitung kommen noch obendrauf.

Für die Gasleitung müssten sich genug Interessenten melden

Es müssten sich mehrere Kunden aus dem bisher nicht ans Gasnetz angeschlossenen Bereich melden, damit die Gasleitung lohnt.

Grundsätzlich gebe es in Fröndenberg noch eine ganze Reihe Straßen die nicht ans Gasnetz angeschlossen sind, sagt Heitmann. Dem Chef der Stadtwerke ist bewusst, dass der Gesetzgeber neue Ölheizungen nicht mehr lange genehmigen will – was konträr zu den bisher nichts ans Gasnetz angeschlossenen Gebieten steht. „Wir müssen uns damit für die Zukunft aber beschäftigen“, so Heitmann.

Fröndenberger möchte umweltbewusster leben

Im Fall von Siegfried Grüning geht es eigentlich auch gar nicht darum, was der Gesetzgeber vorschreibt. Der Fröndenberger möchte aus ganz eigenem Antrieb etwas für die Umwelt tun. Und wenn alles bleibt, wie bisher, dann kann er das nicht.

„Wenn ich jetzt eine neue Anlage einbaue, dann heize ich wieder 30 Jahre mit Öl“, sagt Grüning. Die Häuser in der Gegend, in der er lebt, hätten jetzt schon die zweite Ölheizung. Grüning kann sich gar nicht vorstellen, dass der Betrag, über den die Stadtwerke sprechen, so viel Geld bedeutet.

Abhängig von Stadtwerken: Fröndenberger will mit Gas heizen, bekommt aber keinen Anschluss

Mit modernen Heizungen können Hausbesitzer das Klima schonen. © picture alliance / dpa

Bernd Heitmann kann nur an alle Hausbesitzer appellieren, dass sie sich bei den Stadtwerken melden, wenn der Wunsch nach einem Gasanschluss besteht. Diesen Appell richtet er auch an die Nachbarschaft von Siegfried Grüning. Vor einigen Jahren hätten die Stadtwerke für ein Gebiet in einem anderen Stadtteil Bürger befragt. Kaum jemand hätte sich darauf hin an einem Gasanschluss interessiert gezeigt.

Befragung beim Zählerablesen, schlägt Fröndenberger vor

Grüning macht dennoch den Vorschlag, dass die Stadtwerke beim Ablesen der Zähler doch gleich mit Fragen könnten, ob für die Zukunft Interesse an einer Gasleitung besteht.

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