Luftbild von blühenden Rapsfeldern auf den Feldern im Ortsteil Abendsiepen an der Stadtgrenze zu Fröndenberg: Das nördliche Stadtgebiet Mendens gehörte bislang nicht zum Untersuchungsraum für das Projekt 46sieben – dies ändert sich nun. © Blossey
Nördliche Umgehung Menden

A 46 und B 7: Fröndenberger sollen bei Autobahn-Projekt mitreden

Der nördliche Teil Mendens an der Stadtgrenze zu Fröndenberg wird nun erstmals ebenfalls auf eine mögliche Trasse beim Projekt A46/B7n untersucht. Folge: Die Ruhrstädter werden künftig beteiligt.

Neuerdings ist das gesamte Stadtgebiet Menden Untersuchungsgebiet für die neue Trasse des Projekts 46sieben (A46/B7n). Weil eine nördliche Ortsumgehung Mendens nah an der Stadtgrenze verlaufen könnte, werden Fröndenberger nun frühzeitig informiert und können sich äußern.

»Wir wollen auch ihnen die Möglichkeit geben, sich umfassend zu informieren und an der Planung zu beteiligen.«

Klaus Gillmann, Projektleiter Projekt46sieben

Lange Zeit war geplant worden, die A 46, die heute vom Kreuz Hagen kommend vor Hemer endet, bis Neheim auszubauen. Mittlerweile steht fest, dass die Autobahn nur noch wenige Kilometer über Hemer hinaus verlängert werden wird.

Ebenfalls geplant ist daher ein Lückenschluss im Stadtgebiet Menden Richtung Neheim und eine Anbindung über die B 7 an die A 445. Derzeit wird sondiert, auf welcher Linie über das Stadtgebiet Menden eine solche Trasse geführt werden kann – im Mittelpunkt steht momentan die Prüfung ihrer Umweltverträglichkeit.

Trasse könnte zwischen Halingen und Holzen vorbeiführen

Ziemlich sicher ist, dass die A 46 künftig von der jetzigen Ausfahrt Hemer/Iserlohn-Löbbeckenkopf bis Menden-Obsthof weitergeführt wird. Zusätzlich zu der bislang untersuchten südlichen Umgehung Mendens soll nun auch nördlich der Stadtmitte eine alternative Linienführung geprüft werden.

Diese Nebenstrecke der B7 könnte an Ostsümmern vorbei zwischen Halingen und Holzen in Richtung Schwitten und Wickede fortgeführt und im Bereich Neheim auf die A 445 geführt werden.

Denkbar ist, dass diese Trasse auch das Gewerbegebiet Hämmer anbindet, dessen Schwerlastverkehr sich bislang großteils heute über die B 233 an Langschede vorbei in Richtung A 44 bewegt.

Projekt46sieben noch in früher Phase

Auch diesen nördlichen Korridor zu untersuchen, ist ein Vorschlag der unteren Naturschutzbehörde des Hochsauerlandkreises. Nach Ansicht der Fachleute dort wären bei dieser Variante überwiegend landwirtschaftliche Flächen betroffen.

Dagegen bestehen bei einer südlichen Linienführung Bedenken wegen des Naturschutzgebietes Luerwald und Biberbach.

Dieses sogenannte Projekt 46sieben – weil es den Autobahn- und den Bundesstraßenbau kombiniert – befindet sich noch in sehr frühen Phase weit vor einem Planfeststellungsverfahren.

Weil das Bauprojekt besonders in Menden nicht nur auf Zustimmung, sondern auch auf großen Widerstand aus der Bevölkerung stößt, hat der Landesbetrieb Straßenbau NRW ein Dialogforum eingerichtet.

Weil eine nördliche Trasse auch Belange Fröndenbergs berühren könnte, soll das Forum nun für die Bürgerinnen und Bürger der Ruhrstadt geöffnet werden, kündigten Straßen NRW und die kürzlich ausgegliederte Autobahn GmbH am Montag auf Nachfrage dieser Reaktion bestätigte.

GigA46 kritisiert neue Variante der Ortsumgehung

„Wir wollen auch ihnen die Möglichkeit geben, sich umfassend zu informieren und an der Planung zu beteiligen“, sagte Klaus Gillmann, einer der beiden Projektleiter von „46sieben“.

Stefan Neuhaus und Lothar Kemmerzell von der GigA46 meldeten sich bereits am Montag zu den aktuellen Planungen zu Wort. „Wer heute noch Befürworter der neuen Autobahn ist, kann sie morgen schon vor der eigenen Haustür haben“, kommentieren die beiden Sprecher der Gruppeninitiative gegen den Bau der A46 – Für eine Region ohne Autobahn“.

Über den Autor
Redaktion Fröndenberg
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Marcus Land
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