30 Jahre Mauerfall: Als vier Fröndenberger plötzlich in die DDR rübermachten

dzWende

Schon vor dem Mauerfall vor 30 Jahren zog es die Deutschen vom Osten in den Westen – und nicht umgekehrt. Vier Fröndenberger dagegen fuhren in ungewisser Mission in die damalige DDR. Eine Reise mit Folgen bis heute.

Fröndenberg

, 08.11.2019, 11:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Reiseziel war schon vor dem Mauerfall vor 30 Jahren klar: Deutsche aus dem Osten drängten in den Westen. Vier Menschen aus Fröndenberg traten dagegen den umgekehrten Weg an.

Ihre ungewisse Mission in die damals noch existierende DDR war eine Reise, die für Fröndenberg Folgen bis heute hat. Die kleine Reisegruppe um Ursula Sopora hatte für ihre Tour nach Sachsen nämlich einen ganz bestimmten Grund: Man machte sich auf die Suche nach einer Partnerstadt für Fröndenberg.

30 Jahre Mauerfall: Als vier Fröndenberger plötzlich in die DDR rübermachten

Ursula Sopora, damals Vorsitzende der Frauen-Union im Kreis Unna, fuhr im Februar 1990 mit drei Parteifreunden aus Fröndenberg nach Döbeln, in die damals noch existierende DDR. Diese Fahrt war der Ursprung der heutigen Städtefreundschaft mit Hartha in Sachsen. © Marcus Land

»Ich fühle mich wohl dabei, dass ich damals gefahren bin.«
Ursula Sopora

Die Mauer war seit einigen Monaten offen, als der Fröndenberger CDU-Vorstand im Februar 1990 einen Bericht unserer Zeitung thematisierte: Unna nahm Kontakt zur Stadt Döbeln in Sachsen auf.

Schnell kam bei den Christdemokraten ein Wunsch auf: Wenn zusammenwachsen sollte, was zusammengehört, wie es Willi Brandt in der Wendezeit formulierte, dann sollten auch Fröndenberg und seine Bürgerinnen und Bürger ihr Scherflein dazu beitragen.

Freitagsabends hatte man getagt, schon am Sonntag drauf wurde Nägel mit Köpfen gemacht. „Wir haben uns morgens um 4.30 Uhr ins Auto gesetzt und sind nach Döbeln gefahren“, erinnert sich Ursula Sopora.

»Es war unfassbar, dass man einfach so durchfahren konnte.«
Ursula Sopora

Mit im Auto saßen neben Sopora Fröndenbergs damaliger Bürgermeister Friedhelm Westermann, Fritz Frens und Heinz Weber. Die Personenkonstellation war nicht zufällig: Sopora und Westermann deckten den Bereich Kommunalpolitik ab, Frens war Experte für die Feuerwehr und Weber in allen kulturellen Dingen bewandert.

Alles andere war dem Quartett dagegen völlig unklar: Auf der stundenlangen Fahrt über marode DDR-Straßen rätselte man im Auto, mit wem man in Döbeln eigentlich sprechen könnte.

30 Jahre Mauerfall: Als vier Fröndenberger plötzlich in die DDR rübermachten

Der Froschbrunnen in Hartha gehört zu den Wahrzeichen der Kleinstadt in Mittelsachsen. © Gabriele Hoffmann

Zur Sache

CDU Fröndenberg feiert 30. Jahrestag des Mauerfalls

  • Die Fröndenberger CDU lädt am Samstag, 9. November, um 15 Uhr zu einer öffentlichen Feierstunde in das katholische Pfarrheim St. Marien, Auf dem Sodenkamp, ein.
  • Der ehemalige Bürgermeister von Hartha, Gerald Herbst, wird als Teilnehmer der Leipziger Montagsdemonstrationen aus der Wendezeit berichten. Auch Harthas amtierender Bürgermeister Ronald Kunze kommt zu Wort.
  • Ursula Sopora wird weitere spannende Anekdoten von der spontanen Fahrt nach Hartha im Februar 1990 erzählen.
  • Es wird um Anmeldung zu der Veranstaltung gebeten: hoelmer@cdu-froendenberg.de oder Tel. (0 23 78) 35 04. Der Eintritt ist frei.

Letztlich war es ein Zufall, der den Weg zu Fröndenbergs heutiger Städtefreundschaft ebnete. Die Fröndenberger Vier platzte in eine just an jenem Sonntag in Döbeln tagende CDU-Veranstaltung und stellte die entscheidende Frage: Welche Stadt im Umkreis hat noch keine Verbindung in den Westen?

„Hartha!“, lautete die Antwort. Die Fröndenberger machten so spontan weiter, wie sie frühmorgens begonnen hatten: In Hartha klingelten sie einfach beim damaligen Bürgermeister Daniel an der Haustür.

Schon im März 1990 kam die erste Delegation aus Hartha nach Fröndenberg – die Städtefreundschaft wurde ein Jahr später besiegelt.

Ursula Sopora denkt gern zurück an diese ungewisse Mission: „Ich fühle mich wohl dabei, dass ich damals gefahren bin.“

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