So sah das Bahnhofsgebäude in Fröndenberg in den 1950er Jahren aus. © Johannes Schmoll
Bahnverkehr im Kreis Unna

2,1,11,12,13: Das Geheimnis der Bahnsteige am Fröndenberger Bahnhof

Pendler achten nicht darauf, von welchem Gleis sie fahren. Aber Bahn-Reisende, die selten in Fröndenberg sind, könnten über die Benennung der Bahnsteige stolpern. Wir klären auf.

Na nu? Wer aus der Fröndenberger Innenstadt Richtung Bahnhof läuft, findet als erstes das Bahngleis 2 vor. Dann folgt Steig 1 und dann kommen auf einmal 11, 12 und 13. Eine kuriose Nummerierung. Die Erklärung dafür ist jedoch simpel. „Beim Bahnhof in Fröndenberg handelt es sich um einen Keil-Bahnhof. Das heißt, dass das Bahnhofsgebäude zwischen den Gleisen liegt“, erklärt Markus Hüsken, Vorsitzender der Eisenbahnfreunde Hönnetal.

Weiterhin bedeutet das, dass die Gleise beidseitig am Empfangsgebäude vorbeiführen, ohne sich dahinter wieder zu vereinigen – im Gegensatz zum Inselbahnhof, bei dem die Gleise sich hinter dem Empfangsgebäude wieder vereinigen.

Bei den Gleisen wird in beide Richtungen von vorne zu gezählt

Die Nummerierung der Gleise erfolgt anschließend direkt von der Bahnhofshalle aus. „Da das Gleis gen Dortmund weiter von dort entfernt liegt, wurde es als Gleis 2 bezeichnet“, beschreibt Hüsken. In Nordrhein-Westfalen gibt es einige Keilbahnhöfe. Unter anderem befinden sich welche in Lünen, Essen, Mülheim an der Ruhr und in Wuppertal-Vohwinkel.

Aus dem Fahrdienstleiterstellwerk konnte dieser Güterzug in Fröndenberg im Jahr 1986 beobachtet werden.
Aus dem Fahrdienstleiterstellwerk konnte dieser Güterzug in Fröndenberg im Jahr 1986 beobachtet werden. © Johannes Schmoll © Johannes Schmoll

Und wie kommt die Benennung der Steige 11, 12 und 13 in Richtung Menden zustande? „Da man in die andere Richtung vom Bahnhofsgebäude aus wieder von vorne beginnt zu zählen, hätte es eigentlich Gleis 1, 2 bzw. 3 heißen müssen. Da es diese schon gab, setzte man eine 10 davor“, sagt der Vorsitzende, der selbst als Fahrdienstleiter bei der Deutschen Bahn in Hamm arbeitet.

Anbindung Unna erfolgte im Jahr 1899

Die Stadt Fröndenberg erhielt im Jahr 1870 ihren ersten Eisenbahnanschluss. Zwei Jahre später wurde zunächst eine Nebenstrecke bis Menden erbaut, die später nach Neuenrade und Iserlohn weitergeführt wurde. Diese Bahnstrecke erhielt eigene Bahnsteiggleise (Gleise 11 ff.) südlich der durchgehenden Hauptstrecke, die im Westen mit denen der Ruhrtalbahn zusammengeführt wurden. Somit wurde der Fröndenberger Bahnhof zu einem Keilbahnhof ausgebaut.

Im Jahr 1899 folgte schließlich die Anbindung Unnas über Ardey und Frömern als dritte Bahnstrecke. Diese Strecke zweigt westlich des Bahnhofs von der Hauptstrecke ab, sodass durchgehende Verbindungen von Unna nach Menden und umgekehrt möglich waren.

Im Süden des Bahnhofs entstanden in dieser Zeit neben den Bahnsteigen der Bahnstrecke Letmathe – Fröndenberg mehrere Gütergleise sowie ein Ablaufberg, die Stückgutverladung sowie Laderampen befanden sich hingegen auf der Nordseite des Bahnhofs.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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