Gute Nachricht für Autofahrer: Auch 2020 kein Wettbewerb für Karl-Wildschütz-Parkplatz

dzIdeenwettbewerb

Freies Parken auf dem Karl-Wildschütz-Parkplatz wird auch 2020 und in den Folgejahren möglich sein. Ein Architektenwettbewerb ist im Haushalt nicht eingeplant. Dabei ist das Potenzial groß.

Fröndenberg

, 19.11.2019, 14:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Karl-Wildschütz-Parkplatz wird wohl noch auf Jahre ein Parkplatz bleiben. Alle Visionen und Ideen für eine Bebauung des städtischen Grundstücks, die in den vergangenen Monaten vorgetragen worden sind, haben sich entweder in Luft aufgelöst oder werden im Haushalt 2020 – bislang – nicht weiterverfolgt.

Haushaltsentwurf für 2020 schweigt zum Karl-Wildschütz-Parkplatz

Im Juli hatte sich der Stadtrat von der Idee eines Rat- und Bürgerhauses auf der innerstädtischen Fläche mehrheitlich verabschiedet. Favorisiert worden war stattdessen wieder das ursprüngliche Vorhaben eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs für das vor Jahren als Vorratsfläche von der Stadt erworbene Grundstück.

Gute Nachricht für Autofahrer: Auch 2020 kein Wettbewerb für Karl-Wildschütz-Parkplatz

Die Fraktionen im Fröndenberger Stadtrat haben sich zuletzt überwiegend dafür ausgesprochen, den lange angedachten Ideenwettbewerb für den Karl-Wildschütz-Parkplatz zu reaktivieren, nachdem zwischenzeitlich eine Machbarkeitsstudie für einen neues Rat- und Bürgerhaus als Idee im Raum stand. © Roman Grzelak

Der Haushaltsentwurf für 2020 sieht nun zwar eine Reihe von städtebaulichen Investitionen und Projekten vor – zum Karl-Wildschütz-Parkplatz aber schweigt das knapp 400-seitige Zahlenwerk.

Der Ideenwettbewerb sei damit nicht vom Tisch, sagt Bauamtsleiter Martin Kramme. Andere Projekte gingen nur vor. In diesen Tagen werden die Bauleistungen für den Umbau des Marktplatzes ausgeschrieben, sodass ab April, nach dem Frühlingsmarkt, in der guten Stube der Stadt gebuddelt werden kann.

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Ein Jahr später soll der Bruayplatz umgebaut werden. Martin Kramme rechnet mit Blick auf diese Projekte daher nicht vor 2021/2022 mit einer Ausschreibung des Wettbewerbs für die Karl-Wildschütz-Brache.

Auf einen solchen Architektenwettbewerb müssten noch der Juryentscheid, ein Ratsbeschluss für die Realisierung eines Projekts und die Ausschreibung der Bauleistungen folgen – bis erste Bagger auf der Brache anrollen, würden also weitere Jahre ins Land gehen.

Karl-Wildschütz-Parkplatz als Zwischenlösung für die Feuerwehr?

Selbst wenn die Feuerwehr Mitte wegen des Neubaus am Harthaer Platz vorübergehend einige Fahrzeuge auf dem Karl-Wildschütz-Platz unterbringen müsste, könnte der Wettbewerb parallel schon längst laufen.

Schließlich hatten sich die Ratsfraktionen zuletzt schon überwiegend für die Schaffung von Wohnraum ausgesprochen. Auch Fachleute befürworten, die Innenstadt dadurch zu beleben, dass man die Menschen möglichst zentral wohnen lässt.

Beispiele für Wohnbauprojekte auf innerstädtischen Filetstücken gibt es viele. So hat sich zum Beispiel in Schwerte vor wenigen Jahren eine private Baugemeinschaft gebildet, die auf einem zentralen Areal ein Wohnprojekt realisiert hat. Ein Gemeinschaftsraum steht dort für Gruppentreffen und Feste oder zur Unterbringung von Gästen zur Verfügung.

Zur Sache

Dauerthema Karl-Wildschütz-Parkplatz

  • Einige Fraktionen im Stadtrat haben bereits ihre Vorstellungen dazu geäußert, wie sich die Überplanung der Innenstadtbrache vorstellen.
  • Die FWG spricht sich für „bezahlbaren Wohnraum“ aus, nachdem sie zuvor noch von „sozialem Wohnungsbau“ gesprochen hatte. Hier jedoch hatte vor allem die CDU Einwände, befürchtet durch Sozialwohnungsbau „Monostrukturen“ in zentraler Innenstadtlage.
  • Die SPD regt an, auch kleinere Wohneinheiten für Singles und Studenten, die in Dortmund keine Bude finden, zu prüfen. Die Grünen wiederum befürchten, dass sich am Ende gar kein Investor für die Fläche interessieren könnte.
  • Daher wollen die Grünen die Pläne für das Bürgerhaus sogar für den Notfall in der Schublade behalten.

Zwar müsste im Fröndenberger Rathaus zunächst noch Vorarbeit geleistet und eine Ausschreibung mit dem gewünschten Profil einer künftigen Bebauung entwickelt werden, danach wären aber externe Architekturbüros am Zug.

Weil die Fläche des Karl-Wildschütz-Parkplatzes zum Plangebiet des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) gehört, ist der Ideenwettbewerb förderfähig.

Die Lokalpolitik ist im Grunde frei darin festzulegen, wie man den heute mehr oder weniger schäbig aussehenden Platz künftig überplanen will, soweit sich die Pläne mit den Zielen des Städtebauförderprogramms decken.

50.000 Euro stehen für einen Ideenwettbewerb zur Verfügung

50.000 Euro stehen für einen Ideenwettbewerb bereit, der interessante Vorschläge für – bezahlbaren – Wohnungsbau, vielleicht angereichert durch eine kleine Ladenzeile, hervorbringen soll.

Bislang konnte sich der Rat aber noch nicht dazu durchringen, das Geld schon 2020 für einen Ideenwettbewerb einzusetzen. Bedenkt man die langen Vorlaufzeiten mit Ausschreibung, Wettbewerb, Jurysitzung und Vergabe, dürfte sich also auf dem Karl-Wildschütz-Parkplatz auf Jahre hinaus nichts tun. Wie gesagt: Gute Nachrichten für Autofahrer. Aber schlechte für Wohnungssuchende.

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