Defekt an Wehranlage Westick: Stadtwerke suchen Ursache und Lösungen

dzRuhr in Fröndenberg

Nachdem sich das Stauwehr nahe der Kiebitzwiese unerwartet öffnete, wissen die Stadtwerke noch nicht genau, wie es zu der Panne kommen konnte. Leidtragende waren nur ein paar Fische. Doch es hätte auch anders kommen können.

Fröndenberg

, 28.11.2019, 13:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir sind froh, dass nichts Schlimmes passiert ist“, sagt Stadtwerke Geschäftsführer Bernd Heitmann zwei Tage nach dem technischen Defekt am Stauwehr unterhalb der Kiebitzwiese. Wie berichtet, stieg der Pegel der Ruhr am Dienstagnachmittag kurzfristig und stellenweise um von den Stadtwerken geschätzt rund zwei Meter an, nachdem sich das Wehr unerwartet 1,30 Meter geöffnet hatte.

Zwei Tage nach der technischen Panne sind die Stadtwerke nun damit beschäftigt, den Vorfall aufzuarbeiten. Denn „so etwas darf nicht passieren“, sagt Heitmann. Dass sich ein Wehr ab und an öffne, sei ganz normal. Die Anlagen sind dafür da, den Pegel des Flusses, der auch der Energie- und Trinkwassergewinnung dient, konstant zu halten.

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Warum sich das Wehr aber am Dienstag geöffnet und nicht wieder geschlossen hat, ist noch unklar. Es gelte nun, die Ursache zu finden – und auch Lösungen dafür, wie in Zukunft mit derartigen Störungen umgegangen wird. Einen Defekt gleicher Art habe es in Fröndenberg bisher nicht gegeben, sagt der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Defekt an Wehranlage Westick: Stadtwerke suchen Ursache und Lösungen

Die Wochenstatistik des Ruhrverbands zum Flusspegel in Fröndenberg zeigt den kurzfristigen Anstieg am 26. November deutlich. © Ruhrverband

Das Problem sei nicht der angestiegene Pegel der Ruhr gewesen, der einem mittleren Hochwasser, wie es in den Wintermonaten schon mal vorkommt, kurzzeitig entsprochen hat. Viel mehr war es die hohe Durchflussgeschwindigkeit, mit der sich das Wasser durch die unterhalb der Oberfläche liegende Öffnung auf den Weg gemacht hat. Es sei keine Wasserwand, die da auf einen zukomme, versucht Heitmann falsche Bilder zu vermeiden. Fröndenbergern, die sich zu diesem Zeitpunkt am Ufer aufgehalten hätten, hätte aber durchaus etwas passieren können.

Uferbereich im Hindenburghain überspült

Kurz hinter dem Wehr, war die Welle am höchsten. So wurden etwa ufernahe Bereich im Hindenburghain überspült, während das Wasser in Richtung Stadtzentrum schon weiter abflachte.

Den größten Schaden richtete der Defekt an einem Teich südlich der Ruhr an, der hinter dem Wehr an der Kiebitzwiese liegt und vom aufgestauten Wasser profitiert. Durch das plötzliche Absinken des Pegels vor dem Wehr wurde der Teich fast vollständig leer gezogen, verlor so Fische, die dann im Himmelmannpark strandeten und starben.

Bereits in der Nacht zu Mittwoch war der Teich wieder mit frischem Wasser vollgelaufen und der Pegel der Ruhr hatte sich weitgehend normalisiert. „Ich möchte nun detailliert wissen, was da passiert ist“, sagt Bernd Heitmann abschließend zu dem Vorfall.

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