Krimi-Cops ermitteln in Fröndenberg die besten Schauplätze für schaurige Verbrechen

dzMord am Hellweg

Wenn im kommenden Jahr die zehnte Mord-am-Hellweg-Anthologie erscheint, wird wieder ein zwölfseitiger Kurz-Krimi aus Fröndenberg mit dabei sein. Verfasst von der Autorengruppe Krimi-Cops – echten Polizisten.

Fröndenberg

, 18.11.2019, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verscharrt hinterm Busch auf dem Golfplatz, aufgehängt an Ketten im Schmiedemuseum oder ertränkt zwischen Heckrindern: Wer in Fröndenberg jemanden um die Ecke bringen möchte, findet dafür viele ausgefallene Orte. Davon sind die Krimi-Cops überzeugt. Die fünfköpfige Autorengruppe ist sozusagen vom Fach. Denn alle fünf sind nicht nur Buchautoren, sondern auch echte Polizisten.

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Drei der literarisch begabten Gesetzeshüter, Klaus „Stickel“ Stickelbroeck, Ingo „Inge“ Hoffmann und Carsten „Rösbert“ Rösler, waren am Montag bei düsterem Novemberwetter in der Ruhrstadt unterwegs. Fröndenberg bot den Düsseldorfer Polizisten eine perfekte Kulisse für mörderische Gedanken. Inspiration zum Fröndenberg-Krimi, der in der neuen Mord-am-Hellweg-Anthologie erscheinen soll. Zwölf Seiten kurz. Am Ende müssen alle tot sein. Eine literarische Herausforderung.

Schauplätze und Ideen kommen zu den Polizisten

Vor allem für die Gruppe, die alle Kriminalromane gemeinsam schreibt. Die Ideen, Schauplätze und Charaktere kommen normalerweise sozusagen zu den Polizisten. Sie begegnen in ihrem beruflichen Alltag – aber auch im privaten Leben.

Oft gibt‘s zu Beginn einer Geschichte Brainstorming. Dann schreibt einer drauf los, schickt seine Ergüsse an die Kumpel rum. Wer einen guten Anschluss weiß, haut als nächster in die Tasten. Und so entsteht nach und nach – erstaunlicherweise ohne große Reibereien – eine Geschichte. Wer der Täter ist, entwickelt sich. Zum Beginn der Arbeit an einem neuen Krimi stand er niemals fest.

Derart eingespielt sind die fünf Autoren der sechsteiligen Struller- und Jensen-Reihe inzwischen, dass sich ihr Schreibstil angeglichen hat. So wirken die Krimis wie aus einem Guss – und nicht wie von fünf unterschiedlichen Kreativköpfen verfasst.

Heckrinder haben es den Krimi-Cops angetan

Besonders die Heckrinder hatten es den Krimi-Cops angetan. Aber auch die Kultur- und Kettenschmiede. Da fielen einem ja gleich 20 Todesarten bis zur Bühne ein. Das JVK kennen alle Polizisten schon. Obwohl das Justizvollzugskrankenhaus fast schon zu nahe läge – zu Beginn ihrer Arbeit am Fröndenberg-Krimi schließen die Autoren erst einmal gar keinen Schauplatz aus. Ihre Tour führte die drei Gäste auch ans Ruhrufer, in die Parks der Stadt, zur Hofanlage Sümmermann und an den Bismarckturm.

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Für Europas größtes internationales Krimi-Festival zu schreiben, sei eine Ehre, sagt Klaus Stickelbroeck, der älteste der Gruppe, die schon einmal in der Mord-am-Hellweg-Antologie vertreten war.

Info
Leser müssen sich noch eine Weile gedulden

  • Die zehnte Ausgabe des Krimi-Festivals Mord am Hellweg läuft vom 19. September bis 14. November 2020 in rund 25 Städten und Gemeinden der Hellweg-Region.
  • Die zum Festival herausgegebenen Krimibände gehören von Beginn an zum Festival und schreiben mit einer bisherigen Gesamtauflage von 70.000 Stück Erfolgsgeschichte für sich.
  • Das Konzept der Bände: Bekannte Orte der Hellweg-Region werden zur Kriminalschauplätzen. Die Einheimischen finden sich in den Geschichten wieder.
  • Die Vorgabe für die Autoren: Ihre Geschichten müssen nicht nur Lokalkolorit einfangen, sondern die Schauplätze auch korrekt wiedergeben. Außerdem: mindestens ein Mord – auf zwölf Seiten.
  • Erst in einem knappen Jahr werden die Leser erfahren, welche Verbrechen Fröndenberg in Aufruhr versetzen. Am 21. September wird die Anthologie von den beteiligten Autoren in einer gemeinsamen Veranstaltung vorgestellt.
  • Die Anthologie wird vom Westfälischen Literaturbüro in Unna und dem Bereich Kultur der Kreisstadt Unna gemeinsam mit dem Kriminalschriftsteller Reinhardt Jahn (H. P. Karr) lektoriert und herausgegeben. Der Band erscheint im Spätsommer 2020 im emons-Verlag (Grafit), Köln.
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