Zwischen Do-penhagen und gefährlicher Vermünsterung

dzGlosse: Wenn Sie Günna fragen

Wenn Sie Günna fragen, hat Günna immer eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Immer ehrlich, immer direkt, immer Dortmund. Thema diesmal: Fahrradfahren in Dortmund.

von Von Bruno "Günna" Knust

Dortmund

, 22.11.2019, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hömma, Fritz, dem Fahrrad als Verkehrsmittel soll ja bei uns in Doatmund zu Recht mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden und ich hab gelesen dat die Stadt viel Geld investieren will damit unsa Städtchen irgendwann den Radfahrfreundlichen Titel „Kopenhagen von Westfalen“ tragen kann.

Ein taffes Ziel abba wir Doatmunda sind ja bekannt dafür dat wir unsere Ziele gerne so hoch hängen datte dat Ziel schomma ausse Augen verlieren kannz. Wer jemals in Kopenhagen war wird wissen dat sich Dänemarks Hauptstadt mitte innovative Verkehrsführung ein Herz für Radfahrer gegönnt hat und als modernes Beispiel für neue Mobilitäts-Politik gilt.

Bitte keine „Vermünsterung“ von Dortmund

So gesehn isses nich verkehrt sich anne europäische Spitze zu orientieren abba wer Doatmund kennt kann sicher sein dat uns hier noch nichma ne „Vermünsterung in light“ drohen wird wo wir wie die Münsteraner ständich mit Fahrradklammern anne Buxe rumwatzen und wegene harte Sättel vonne Hollandräder die Pöter mehr pflegen als die Gesichter.

Ich bin ja selber ein Mix aus Auto und Radfahrer und daher natürlich schon sehr gespannt drauf wat sich hier vonne vollmundigen Versprechungen wirklich umsetzen lässt und oppes ma Radwege geben wird die den Namen tatsächlich auch verdienen.

Damit Radfahrn auf Dauer gesünder iss als nur mittem Auto durche Gegend zu driven isses total wichtich dat Radfahrer lebendich ans Ziel kommen ohne von flotte Rechtsabbieger abrasiert zu werden odda hochaggressive Hunde sie mit „Essen auf Rädern“ verwexeln.

Da wär ein durchdachtes und praktikables Rad-Wegenetz schon sehr hilfreich abba auch die Radler sollten ihren Teil zum besseren Miteinander beisteuern denn Radfahrer tendieren leider zu oft dazu stets zu glauben dat egal wat sie machen alles imma richtich iss.

Bis wie „Do-penhagen“ sind, vergeht noch viel Zeit

Es gibt zu viele Radmenschen die sich inne ethische Übbalegenheit fühln wegen Klimaschutz und viel weniger Platzverbrauch und dann weisen sie die Autofahrer wie so Obbalehrer imma auf Unzulänglichkeiten und Fehlverhalten hin wat die dann widda mit unflätige Schimpfworte und Gehupe plus Dusche ausse Scheiben-Waschanlage beantworten.

Hömma, Fritz, auf gesellschaftliche Veränderung reagiert Politik leider imma erst mit 1 bis 2 Generationen Verzögerung und bis wir eines Tages Westfalens „DO-PENHAGEN“ sind vergeht noch sehr viel Zeit in der alle Streithähne aussem Auto und Radlerlager ma wat ausprobiern sollten: Freiwillige Kooperation und mehr Verständnis füreinander. Prost.

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