Zwei Tiere im Streichelzoo am „Big Tipi“ auf grausame Weise getötet

Tierquälerei

In der Nacht zu Donnerstag haben mehrere Unbekannte im Fredenbaumpark zwei Tiere brutal getötet. Ein Tier haben sie mit Feuerlöschschaum eingesprüht, ein anderes ertränkt.

Dortmund

von Marcel Schürmann

, 29.11.2018, 15:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zwei Tiere im Streichelzoo am „Big Tipi“ auf grausame Weise getötet

© Dieter Menne

Stefanie Menneken, Leiterin der Erlebniswelt Fredenbaum, ereilte am Mittwochmorgen eine schreckliche Nachricht: Unbekannte Täter sind in der Nacht zu Donnerstag in den Streichelzoo neben dem Big Tipi im Fredenbaumpark eingedrungen und haben zwei Tiere auf brutale Weise zu Tode gequält.

Mit drei Feuerlöschern, die die Täter zuvor aus dem Zelt entwendet haben, besprühten sie ein Schaf solange, bis es qualvoll an dem Schaum erstickt ist. Zudem ertränkten sie ein Huhn in einem Wasserbecken innerhalb des Geheges. Nachdem ein Nachtwächter die Täter entdeckte, flüchtete die Gruppe.

„Unüberlegte und dumme Aktion“

„Was soll so was? Ich war total geschockt, als ich von der Tat erfuhr“, meint Stefanie Menneken. „Das war wahrscheinlich eine unüberlegte und einfach nur dumme Aktion“.

Das Schaf, das bei der Tat umgekommen ist, war das einzige Tier mit einem Namen. Hope hieß es. „Für uns und die Kinder, die regelmäßig bei uns sind, war Hope sehr wichtig. Als Zwilling geboren, war das Tier nach der Geburt sehr schwach und wurde von der Mama nicht angenommen. Wir haben es dann aufgepäppelt und Hope hat sich tatsächlich durchgeboxt“, sagt Menneken.

Die Angst vor einer Wiederholungstat ist groß

Die Sorge, dass es zu Wiederholungstaten kommen könnte, ist bei Menneken natürlich groß, auch wenn sich vergleichbare Fälle bisher nicht ereignet haben. Dennoch will sie keine weiteren Sicherheitsvorkehrungen treffen: „Das soll hier kein Hochsicherheitstrakt werden. Wir stehen für eine offene Willkommenskultur.“

Eine Anzeige gegen Unbekannt hat sie bereits erstattet. Jetzt sucht die Polizei nach Hinweisen. „Leider werden solche Fälle von der Polizei nur als Sachbeschädigung aufgenommen“, so Menneken, die die Chance, dass die Täter gefasst werden, als „sehr gering“ einschätzt.

Hope soll jetzt beerdigt werden

Im Streichelzoo des Kinder- und Jugendzentrums Big Tipi ist vor Kurzem erst die Katze Lili gestorben – „Allerdings aus Altersschwäche“, so Menneken. „Wir haben dann mit den Kindern eine symbolische Beerdigung vollzogen. Sie haben einen Sarg bemalt und Fotos hineingelegt. Das werden wir für Hope auch tun.“

Darin sieht Menneken auch einen pädagogischen Auftrag. „Das Thema Tod wird in unserer Gesellschaft ja oft ausgeblendet. Diese schrecklichen Umstände geben uns aber die Möglichkeit, mit den Kindern darüber zu sprechen. Wir versuchen, ihnen den Umgang damit, soweit es geht zu erleichtern.“

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