Zwei der besten Pressefotos der Welt kommen von Dortmundern

World Press Photo 2020

Mit Maximilian Mann und Nikita Teryoshin wurden im diesjährigen World Press Photo Wettbewerb erstmals zwei Studenten der Dortmunder Fachhochschule ausgezeichnet.

Dortmund

, 26.10.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Maximilian Mann vor den Bildern seiner Reihe „Fading Flamingos“ im Depot. Der See war früher die Heimat der Flamingos, doch durch das Austrocknen gibt es dort keine Krebse und somit keine Flamingos mehr.

Maximilian Mann vor den Bildern seiner Reihe „Fading Flamingos“ im Depot. Der See war früher die Heimat der Flamingos, doch durch das Austrocknen gibt es dort keine Krebse und somit keine Flamingos mehr. © Didi Stahlschmidt

4.282 Fotografen aus 125 Ländern haben für den diesjährigen Wettbewerb insgesamt 74.000 Fotos eingereicht. Damit unterstreicht die 63. Ausgabe des „World Press Photo"-Wettbewerbs ihre Bedeutung als weltweit höchste Auszeichnung unter Fotografen. Wie jedes Jahr werden die besten Fotografen mit ihren preisgekrönten Bildern im Rahmen einer Wanderausstellung in mehreren Ländern gewürdigt. Dabei spielen erstmals zwei Studenten der Dortmunder Fachhochschule eine ganz besondere Rolle.

FH-Student gewinnt Preise in der weltweiten Konkurrenz

Denn mit Maximilian Mann und Nikita Teryoshin gehören zwei Dortmunder Fotografen zu den weltweiten Preisträgern. Grundsätzlich beziehen sich alle eingereichten Pressefotos auf wichtige nachrichtenbezogenen Ereignisse des Vorjahres und sind somit ein gesellschaftskritisches Resümee des aktuellen Weltgeschehens.

Dabei werden in zehn Kategorien jeweils drei Preise für die besten Einzelbilder und drei Preise für die besten Fotoserien vergeben.

So gewann der noch an der FH Dortmund studierende Maximilian Mann mit seiner Reihe „Fading Flamingos“ aus dem Iran den 2. Preis in der Kategorie „Fotoserien Umwelt“.

Der frühere FH-Student Nikita Teryoshin erzielte mit dem Foto „Nothing Personal - the back office of war“ den 1. Preis in der Kategorie „Einzelfoto Aktuelle Themen“, wobei er damit auch zu den sechs nominierten Bildern für das World Press Photo des Jahres 2020 gehörte.

Idee zu der Fotoreihe kam in den Westfalenhallen

„Ich war sehr verwundert über die Nominierung, da es kein klassisches World-Press-Foto ist“, so Teryoshin. Das Bild des in St. Petersburg geborenen Fotografen zeigt einen Waffenhändler mit zwei Bazooka auf einer Waffenmesse. Eine Momentaufnahme mit tiefer Symbolik, ohne dass der Moment inszeniert wirkt.

„Die Projektidee zu der dazugehörigen Reihe kam mir bei der Jagd & Hund-Messe in den Westfalenhallen, da ich mich wunderte, wie Waffen Menschen faszinieren und verändern“, erklärt er.

Teryoshin zog 2000 nach Dortmund, machte am Goethe-Gymnasium 2007 das Abitur und studierte dann Fotografie an der FH Dortmund. Heute ist Teryoshin ein gefragter Street- und Dokumentar-Fotograf mit einer speziellen Handschrift: gesellschaftskritische Fotografie ohne Inszenierung und mit der Metapher, dass Menschen nicht ganz oder nicht mit dem ganzen Gesicht gezeigt werden.

„Bilder mit einer gewissen Symbolik sind mir sehr wichtig“, hält er fest, und verrät bereits, dass es auch bald ein Buch zur Reihe über Waffenmessen geben wird.

In Sibiren vom Wettbewerbspreis erfahren

Die Reihe von Maximilian Mann greift hingegen das Thema „Umweltzerstörung“ auf und zeigt mit prägnanten, teils skurrilen Aufnahmesituationen eine der größten Naturzerstörungen auf dem Globus.

Der im Nordwesten des Irans liegende Urmia-See war einst der zweitgrößte Salzsee der Welt, zehnmal größer als der Bodensee. Mittlerweile ist die Oberfläche des Sees durch den Klimawandel und den hohen Wasserverbrauch des Agrarsektors um 80 Prozent geschrumpft.

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„Ich war absolut überrascht, als ich erfuhr, dass ich beim World Press Photo dabei bin“, erklärt Mann, der sich zu dem Zeitpunkt für Aufnahmen in Sibirien befand. Als Dokumentar- und Porträtfotograf legt er seinen Fokus auf gesellschaftliche, soziale und ökologische Geschichten.

„Ich freue mich sehr, dass durch die Ausstellung und die Tour der Bilder um die Welt dieses wichtige Umweltthema mehr in die Öffentlichkeit kommt“, sagt er.

Das Foto zu "Nothing Personal - the back office of war": 1. Preis in der Kategorie "Einzelfoto Aktuelle Themen" mit dem Foto eines Waffenhändlers. Zwischen 2016 und 2020 besuchte Nikita Teryoshin 14 Verteidigungsmessen in 13 Ländern.

Das Foto zu "Nothing Personal - the back office of war": 1. Preis in der Kategorie "Einzelfoto Aktuelle Themen" mit dem Foto eines Waffenhändlers. Zwischen 2016 und 2020 besuchte Nikita Teryoshin 14 Verteidigungsmessen in 13 Ländern. © Nikita Teryoshin

Dabei ist die gesamte Ausstellung im Depot absolut sehenswert und ein wichtiges, gesellschaftliches Spiegelbild aktueller Geschehnisse aus Krisengebieten, von Sportereignissen oder beeindruckender Naturbilder.

Die World Press Photo-Ausstellung ist mit 150 Fotos noch bis zum 15. November zu sehen und bietet als Rahmenprogramm noch Workshop und Vorträge an.

Öffnungszeiten: Mo-Mi: 11-19 Uhr, Do: 11-20 Uhr, Fr-Sa: 11-22 Uhr, So: 11-19Uhr, Eintritt: 6 € / 4 € (ermäßigt), Kontakt: Depot e. V., Immermannstraße 29, www.depotdortmund.de

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