Zustände bei den Bürgerdiensten: Kritik kommt nicht mehr nur von den Bürgern

dzDortmunder Bürgerdienste

Lange Wartezeiten, schlechte Räume, veraltete Technik: Auch die städtischen Personalräte kritisieren jetzt die Bedingungen bei den Bürgerdiensten - und stellen konkrete Forderungen.

Dortmund

, 05.11.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es um die Bürgerdienste gehe, seien die Stadtspitzen stets bemüht, das Bild von mitarbeiterfreundlichen Arbeitsplätzen in einer „kundennahen und kundenfreundlichen Umgebung“ zu zeichnen. „Das genaue Gegenteil ist der Fall“, kritisieren die städtischen Personalräte in ihrem Geschäftsbericht, der jetzt vorliegt.

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„Wartezeiten von mehreren Stunden sind nicht zu erklären“, schreiben die Personalräte den Stadt-Vorständen ins Stammbuch. In einem Großraumbüro untergebracht, hielten sich oft mehr als 150 Menschen im Wartebereich auf.

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Die Arbeitsbedingungen seien geprägt durch eine hohe Geräuschkulisse und schlechte klimatische Bedingungen. Die Technik sei nicht zeitgemäß. Flächendeckend würden veraltete Computer eingesetzt, die oft nicht über genügend USB-Schnittstellen verfügten.

Die Personalräte würdigen zwar, dass 17 offene Stellen mit neuen Kräften besetzt werden, der Wartebereich verlegt und eventuell eine Klimaanlage eingebaut werden soll. „Aber das ist erst mal das Prinzip Hoffnung“, sagt Personalrats-Vorsitzende Helga Fromme. „Wann das umgesetzt wird, können wir nicht sagen.“

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Bürgerdienste als Visitenkarte

Ähnlich unzumutbare Bedingungen herrschten in den Bezirksverwaltungsstellen. „Fast keine ist barrierefrei zu erreichen“, sagt Fromme. Ein besonders abschreckendes Beispiel sei die Brackeler Bezirksverwaltungsstelle, die modernen Ansprüchen an Kundenfreundlichkeit „in keiner Weise mehr“ entspreche.

Sollte es nicht möglich sein, die Lage durch Umbauten zu ändern, müsse auch über die Schließung einer Bezirksverwaltungsstelle nachgedacht werden.

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„Die politischen Akteure sollten endlich begreifen, dass die Bürgerdienste eine Visitenkarte Dortmunds seien und angemessene Räumlichkeiten, eine gute personelle Ausstattung sowie gut funktionierende Technik benötigen“, mahnen die Personalräte. „Dafür muss jetzt investiert werden.“

Ebenso deutlich kritisieren Fromme und Mitstreiter die Anmietung externer Büros, um Luft im Stadthaus zu schaffen. Neben der VHS sollen Teile der Stadterneuerung, der Feuerwehr sowie die Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes in die Kampstraße 47 ziehen.

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„Es wird hin und her geplant, da werden ganze Umzugsketten organisiert, um anschließend zu erkennen, dass die angemieteten Räumlichkeiten schon wieder zu klein sind“, monieren die Personalräte. Sie fordern die Stadtspitzen auf, die „Flickschusterei“ zu beenden und einen Neubau für Stadtämter zu beschließen. Das sei auf Dauer preiswerter, als sich ständig in private Flächen einzuquartieren.

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