Showdown nach Dortmund-Tatort: OB Sierau trifft Kommissar Jörg Hartmann – immer noch wütend

dzFernseh-Krimi

Mit einem Wutbrief hatte sich Oberbürgermeister Sierau beim WDR über die Dortmunds Darstellung im Tatort „Zorn“ beschwert. Jetzt soll es einen Friedensgipfel geben – auf neutralem Boden.

Dortmund

, 09.09.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ausstrahlung des vorletzten Dortmund-Tatorts „Zorn“ hatte bei Oberbürgermeister Ullrich Sierau das Fass zum Überlaufen gebracht. Es ging im Kern um perspektivlose Ex-Kumpels, die sich ihren Frust vor abgeranzten Hausfassaden wegsaufen – vor allem gedreht in Duisburg.

Sierau schrieb daraufhin in einem Wutbrief an WDR-Intendant Tom Buhrow von „Mobbing gegenüber einer Stadt, einer Region sowie den dort lebenden Menschen.“ Heftig waren die Attribute, die er der Folge zuschrieb –„maximal lächerlich“, „plump“. Sieraus Zorn gipfelte in der Feststellung: „Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn Sie den Dortmund-Tatort einstellen und Kommissar Faber und sein Team in den vorzeitigen Ruhestand schicken würden.“

Gipfeltreffen in Berlin

Es folgte ein Telefongespräch zwischen Sierau und Tom Buhrow. Doch mit seiner Attacke hatte der OB Jörg Hartmann (alias Hauptkommissar Peter Faber) auch persönlich getroffen. Hartmann wollte Sierau bei den letzten Dreharbeiten im Frühjahr für ein paar klärende Worte auf ein Bier („Pilsken“) einladen, doch das Gespräch kam nicht zustande, da Sierau zu dem Zeitpunkt im Ausland weilte.

Nun soll es in der nächsten Woche zu dem Friedensgipfel kommen, allerdings nicht in Dortmund, sondern in Berlin. Auch ein Vertreter des WDR werde dabei sein, kündigte Sierau am Montag (9.9.) an. Der OB hatte nach der Ausstrahlung von „Zorn“ gefordert, auch ein fiktionaler Krimi müsse ein „Mindestmaß an Bezug zur Realität“ vorweisen. Er habe den Eindruck, der WDR habe das verstanden, schob Sierau am Montag hinterher.

Als erste Reaktion auf den Brandbrief hatte Buhrow noch gekontert, ein Tatort habe nicht die Aufgabe, „das Image einer Stadt oder einer Region aufzupolieren“.

Sieraus Idee für ein Drehbuch

Der OB hatte schon 2010 eine Idee für ein Drehbuch, wie er damals in einem Gastbeitrag für den Berliner „Tagesspiegel“ schrieb: „Junger Wissenschaftler aus der Region schafft über die Hochschule den Aufstieg, gründet ein Start-up-Unternehmen, hat bahnbrechenden Erfolg – und finstere Typen heften sich an seine Fersen.“ „Entweder waren es Wettbewerber oder jemand aus dem angelsächsischen Bereich“, fügte er am Montag hinzu.

Nach Information dieser Redaktion hätte Sierau, der nach eigenem Bekunden nicht alle Tatort-Folgen gesehen hat, das Gespräch mit Hartmann lieber öffentlich geführt, aber das wollte der WDR nicht. Am Montag kündigte Sierau an, man werde einen Weg finden, die Öffentlichkeit vom Ergebnis in Kenntnis zu setzen. Vermutlich per Pressemitteilung, garniert mit einem Foto von ihm und Jörg Hartmann beim Bier.

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