Wollte er 13 Menschen verbrennen? 20-Jähriger soll versucht haben, Nachbarn zu ermorden

Gericht

Bei einem Hausbrand an der Lugierstraße in Hörde verhinderten Zeugen eine Katastrophe. Ein Hausbewohner soll danach abgetaucht sein.

Dortmund

, 04.09.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wollte er 13 Menschen verbrennen? 20-Jähriger soll versucht haben, Nachbarn zu ermorden

© dpa

Die Staatsanwaltschaft hat einen 20-jährigen Dortmunder wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung angeklagt. Am Donnerstag, 5.9., beginnt der Prozess.

Mitten in der Nacht soll er im Sommer 2018 zunächst eine vor einer Wohnung liegende Fußmatte und Teppichfliesen mit Benzin übergossen haben. Anschließend legte er laut Anklage eine Benzinspur durch das hölzerne Treppenhaus bis an die Tür und zündete diese an.

Zum Zeitpunkt der Tat hielten sich 13 Personen in dem Haus auf. Hätten nicht Zeugen das Feuer bemerkt und ein Ausbreiten der Flammen verhindert, hätte es theoretisch sogar zur tödlichen Katastrophe kommen können. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Angeklagte wusste, was er tat, und dass ihm die Folgen seines Handelns zumindest egal waren.

Schwere Schäden

Bei dem Feuer war das Wohnhaus teils schwer beschädigt worden. In der Anklageschrift ist von Brandspuren am Kunststoffbelag und am Holzboden im Treppenhaus die Rede. Darüber hinaus sollen mehrere Fenster zerstört worden sein. Außerdem hat der Rauch weite Teile der Wände des Treppenhauses verschmutzt.

Der Angeklagte soll nach dem Brand mehrere Wochen lang untergetaucht sein. Erst am 20. September stellte er sich freiwillig der Polizei und ließ sich festnehmen. Als Motiv werden Streitigkeiten innerhalb der Familie des heute 20-Jährigen vermutet.

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