Nahe einer Schlafstätte an der Emil-Schumacher-Straße geschah eine tödliche Gewalttat. © Felix Guth
Dortmunder U

Wohnungsloser getötet: Ermittler nennen Details zur Tat

Die Polizei sucht einen Mann, der einen Wohnungslosen am Dortmunder U getötet haben soll. Wie die Ermittler dem Verdächtigen auf die Spur kamen - und warum sie sich bei ihrem Verdacht sicher sind.

Polizei und Staatsanwaltschaft in Dortmund gehen davon aus, dass Gunars Miglans (45) verantwortlich für den Tod eines gleichaltrigen Mannes ist. Mit zwei Fotos wird nun nach dem mutmaßlichen Täter gefahndet.

Er soll am Vormittag des 19. September (Sonntag) einen wohnungslosen Mann an der Emil-Schumacher-Straße nahe des Dortmunder „U“ gewaltsam getötet haben.

Staatsanwalt Felix Giesenregen nennt nun weitere Details zum Tatgeschehen. Und er erklärt, warum die Ermittler sicher sind, dass der Gesuchte für die Tat verantwortlich ist.

Auswertung von Videoaufnahmen

„Die Öffentlichkeitsfahndung ist Ergebnis umfangreichster Videoauswertungen“, sagt Felix Giesenregen. So seien Videosequenzen gesichtet worden, die den Tatort zeigen. Es gab es jedoch zunächst ein entscheidendes Problem. „Die Qualität ließ zu wünschen übrig“, sagt der Dortmunder Staatsanwalt.

Dennoch ließ sich der jetzt zur Fahndung ausgeschriebene Tatverdächtige auf diese Weise ermitteln. So sei eine Sequenz zu sehen, welche die Tathandlung zeige. Dort ist ein Tritt des Tatverdächtigen gegen das Opfer zu sehen.

Laut der Obduktion starb der 45-jährige an inneren Blutungen als Folge eines Leberrisses. „Diese Art der Verletzung stimmt mit dem auf der Videosequenz beobachteten Tatgeschehen überein“, sagt Felix Giesenregen.

Der Gestorbene hatte bei Eintreffen der Rettungskräfte noch gelebt, starb aber kurze Zeit später im Krankenhaus.

Gesuchter war wegen Gewaltdelikten bereits mit der Polizei in Konflikt

Der Tatverdächtige Gunars Miglans. ist nach Erkenntnissen der Ermittler wie das Opfer dem Wohnungslosen-Millieu zuzuordnen. Er hatte seine Schlafstätte am gleichen Ort wie der Getötete.

Er ist laut Staatsanwalt Giesenregen bisher mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten: wegen eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, versuchter Körperverletzung sowie wegen Beleidigung.

Um Hinweise zum Aufenthaltsort von Gunars Miglans bittet die Polizei an den Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0231-132 7441 oder bei jeder Polizeidienststelle.

Gewalt gegen Obdachlose: Das sagt ein Hilfe-Verein

Der Wohnungslosenhilfe-Verein Bodo hatte sich nach der Tat zum Thema Gewalt gegen Obdachlose geäußert. In einem Statement heißt es, die „gesellschaftliche Stigmatisierung und die strukturelle Abwertung Wohnungsloser „begünstige Gewalt. Für Betroffene sei es durch fehlende Rückzugsräume fast unmöglich, sich ihr zu entziehen.

„Corona hat diese Situation noch verschärft. Wir beobachten, dass sich die physische und psychische Situation vieler Menschen auf der Straße deutlich verschlechtert hat“, wird Oliver Philipp, Leiter der Sozialarbeit bei Bodo, zitiert.

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Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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