Zugeklebte Fenster: Wirt darf trotzdem im Dezember normal öffnen

dzWiederholter Corona-Verstoß

Polizei und Stadtverwaltung haben am Samstag eine Gaststätte in Dortmund geschlossen, in der trotz Corona-Lockdowns Fußball geguckt wurde. Es war nicht der erste Verstoß des Inhabers.

Dortmund

, 13.11.2020, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gaststätten dürfen im November in ganz Deutschland nur für Außer-Haus-Verkauf öffnen. Ausnahmen werden auch nicht gemacht, wenn Borussia Dortmund gegen Bayern München spielt. Am Samstag (7.11.) hat ein Dortmunder Wirt das offenbar gedacht - oder er meinte, dass er nicht auffällt, wenn die Fenster seiner Kneipe abgeklebt sind.

Nach einem Zeugenhinweis haben Polizei und Ordnungsamt die Kneipe in der östlichen Nordstadt gegen 18.10 Uhr kontrolliert - die Stadtverwaltung verrät wegen des Datenschutzes nur den Postleitzahlbereich 44145 zwischen B54 und B236.

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„Es befanden sich der Vater des Betreibers und ein Gast vor Ort“, erklärt Stadtsprecher Maximilian Löchter. Eine Fußball-Übertragung lief über einen Fernseher, es wurde in der Gaststätte geraucht. Doch die Tür war verschlossen - ist das dann so schlimm, wenn nur zwei Personen unter sich sind? „Die Gaststätte als angemeldeter Gewerbebetrieb kann nicht wie eine Privatwohnung behandelt werden“, so Löchter.

Der Betrieb war dem Ordnungsamt bereits bekannt: Erst am 29. Oktober wurde diese Gaststätte wegen Verstößen gegen Corona-Schutzbestimmungen „durch das Ordnungsamt zu einer freiwilligen Schließung, bis zur Beseitigung der Mängel, aufgefordert“, so Löchter.

Die Gaststätte darf nach dem Lockdown wieder öffnen

Nun wurde eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit angekündigt - die Frage unserer Redaktion, welche Strafe den Betreiber jetzt konkret erwartet, wird in der schriftlichen Antwort nicht beantwortet.

„Die Gaststätte wird voraussichtlich in der kommenden Woche wieder entsiegelt“, schreibt Löchter: „Sodass der Betrieb nach dem Lockdown beziehungsweise je nach Vorgaben einer neuen Corona-Schutzverordnung wieder öffnen darf.“ Der Vorfall sei bislang der einzige derartige Gastronomie-Verstoß im November in Dortmund.

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In der aktuellen NRW-Corona-Schutzverordnung heißt es eindeutig: „Der Betrieb von Restaurants, Gaststätten, Imbissen, Kneipen, Cafés und anderen gastronomischen Einrichtungen ist bis zum 30. November 2020 untersagt.“

Betriebskantinen und Mensen in Bildungseinrichtungen dürfen zur Versorgung der Nutzer dieser Einrichtungen öffnen, ansonsten ist nur Außer-Haus-Verkauf erlaubt. In einem Umkreis von 50 Metern rund um die jeweilige „gastronomische Einrichtung“ ist der Verzehr der gekauften Speisen und Getränke untersagt.

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