Wie evakuiert man 24 Dortmunder, die unter Corona-Quarantäne stehen?

dzBomben-Räumung

Bombenentschärfung in Corona-Zeiten: In Eving mussten zwei Dutzend Menschen ihre Wohnungen verlassen, obwohl sie sich in häuslicher Quarantäne befinden. Das ging nur unter besonderem Schutz.

Dortmund

, 09.07.2020, 19:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 2000 Menschen mussten rund um die Öztaler Straße im Stadtteil Eving während der Entschärfung von zwei Blindgängern ihre Wohnungen verlassen. Für 24 von ihnen herrschten dabei besonders strenge Maßnahmen zum Infektionsschutz.

Weil sie in den zurückliegenden 14 Tagen mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person in direktem Kontakt standen, befinden sich diese Personen in vorsorglicher häuslicher Quarantäne. Diese musste auch während der Bombenentschärfung aufrechterhalten werden.

24 Evinger mussten isoliert untergebracht werden

Deshalb galten besondere Bedingungen. Die Personen durften nicht in die festgelegte Evakuierungsstelle im Heisenberg-Gymnasium. Stattdessen fuhren an den Wohnanschriften der Menschen Krankentransport-Fahrzeuge vor.

Fahrer in Schutzkleidung, mit Brille, Visier, Haube und Kittel, nahmen die Evinger in Empfang. Einzeln oder mit maximal drei Personen - falls ein Haushalt ohnehin gemeinsam in Quarantäne ist - wurden sie dann in verschiedene städtische Einrichtungen gebracht.

„Die Quarantäne wäre ja aufgehoben, wenn man alle gemeinsam in einen Bus setzen würde. Schutzkittel und Desinfektionsmittel für die Handhygiene gehören bei Krankentransportwagen ohnehin zur Standardausrüstung. Das ist ein weiterer Vorteil gegenüber Bussen oder Sammeltaxen“, sagt Stadtsprecher Christian Schön.

Nach der Entschärfung dürfen die Betroffenen wieder zurück

Ob die 24 Personen in räumlicher Nähe zueinander wohnen, beantwortet die Stadtpressestelle mit Hinweis auf den Datenschutz nicht. Mit Rücksicht auf die Privatsphäre der Personen wird außerdem nicht näher benannt, wo sich die städtischen Einrichtungen befinden.

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Es handele sich aber um Orte, an denen die Isolation fortgesetzt werden kann, so Christian Schön. Nach der Entschärfung der Bombe dürfen die Menschen zurück in ihre Wohnungen, wo sie weiter in Quarantäne bleiben.

Nur vorsorgliche Quarantäne, keine akuten Fälle

Auf medizinische Unterstützung sei während der Zeit der Entschärfung keine der 24 Personen angewiesen worden, heißt es von Seiten der Stadt Dortmund. Bei allen Personen handelte es sich um Menschen, die wegen eines positiven Corona-Tests im persönlichen Umfeld vorsorglich in Quarantäne sind.

Dass bei Evakuierungen in Dortmund Menschen unter besonderen Infektionsschutz-Bedingungen transportiert werden müssen, gab es laut Stadtsprecher Christian Schön auch vor der Corona-Pandemie schon. Dies sei häufig notwendig, wenn Altenheime evakuiert werden müssen.

Der Blindgängerfund in Eving war der erste seit Beginn der Pandemie, bei dem Anwohner betroffen waren.

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