Weltfrauentag in Dortmund: Kampf gegen Sexismus und ein Preis für Gleichstellung

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Mehr als 1000 Menschen haben am Sonntag zum Weltfrauentag an mehreren Orten in Dortmund Aktionen gestartet. Dabei herrscht an mancher Stelle kämpferische Stimmung.

Dortmund

, 08.03.2020, 17:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei zentrale Veranstaltungen bestimmten den Weltfrauentag am 8. März in Dortmund. Im Rathaus gab es eine Feier mit mehr als 500 Teilnehmerinnen. Am Nachmittag zog schließlich eine Demonstration mit rund 500 Personen vom Friedensplatz bis zum Nordmarkt, um ein Zeichen gegen Sexismus und Gewalt gegen Frauen zu setzen.

Der Demo-Zug zum „Frauenkampftag“ bildete einen markanten Kontrast zur Sonntagsgemütlichkeit in der Dortmunder City. Zu Hip-Hop-Beats und mit Sprechchören wie „My body, my choice, raise your voice“ oder „Gegen Macker und Rassisten, fight the power, fight the system“ liefen Hunderte Menschen über den Wall in Richtung Nordstadt.

Die feministische Demonstration zum "Frauenkampftag" beim Start auf dem Friedensplatz.

Die feministische Demonstration zum "Frauenkampftag" beim Start auf dem Friedensplatz. © Felix Guth

Auf dem Friedensplatz hatte zuvor eine Performance den Demonachmittag eröffnet, bei der Frauen mit verbundenen Augen Dinge benennen, die ihnen geschehen. „The Rapist Is You“ („Der Vergewaltiger bist du“) ist 2019 in Chile aus Protesten gegen Femizide entstanden und zu einem Symbol der feministischen Bewegung geworden.

Für Feministinnen aus Dortmund der 8. März kein Tag zum Feiern

„Wir können an diesem Tag nicht feiern, wir kämpfen“, hieß es in einer Rede auf dem Friedensplatz. Die Organisatorinnen vom Feministischen Kollektiv Dortmund verstehen den Frauentag als Anlass, „gegen Rassismus, Sexismus und Heteronormativität“ anzugehen und „die Kämpfe der Frauen auf der ganzen Welt miteinander zu verbinden“.

Frauen seien überall täglich von Gewalt bedroht. Dies sei in Dortmund erst vor zwei Wochen wieder auf grausame Weise gegenwärtig geworden, als eine 30-Jährige von ihrem Ehemann in einer Wohnung in der Dortmunder City getötet wurde.

Gleichstellungsbüro diskutiert im Rathaus über die Situation von Frauen in der Stadt

Im Rathaus hatte am Sonntagmorgen das städtische Gleichstellungsbüro unter dem Motto „FrauenMachtZukunft“ zu 13 informativen Foren eingeladen. Themen waren unter anderem Sprache und Macht, berufliche Outfits, Geschlechtergerechtigkeit und Klimapolitik sowie Frauen in Führungsetagen. Es gab eine Einführung ins Debattieren. Die Frauen nutzten den Tag auch zum Netzwerken.

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Ein Höhepunkt war die Verleihung des mit 1500 Euro dotierten Dr. Edith Peritz-Preises für Gleichstellung. Die Auszeichnung für herausragendes Engagement im Bereich der Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern ging an den Mädchen- und Frauentreff „Kratzbürste“ der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG).

Der Mädchen- und Frauentreff in der Dortmunder Innenstadt setzt sich seit 1990 unter Berücksichtigung vielfältiger Lebensentwürfe für die Interessen von Mädchen und jungen Frauen ein und stärkt ihr Selbstbewusstsein mit unterschiedlichen Projekten. Insbesondere für geflüchtete Mädchen schafft die „Kratzbürste“ niederschwellige Angebote.

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