Wegen mangelnder Grünpflege sind Lärmschutzwände in Dortmund beschädigt

dzKritik der Rechnungsprüfer

Weil das Tiefbauamt begrünte Lärmschutzwände nicht ausreichend gepflegt hat, ist es laut Rechnungsprüfern zu Schäden an mehreren Bauwerken gekommen – trotz Vorwarnungen.

Dortmund

, 12.03.2019, 11:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der mehrere Hundert Meter langen begrünten Lärmschutzwand an der Fürst-Hardenberg-Allee in Lindenhorst sind Vliese zerstört, Hohlräume ausgespült und zum Teil Gittermatten aufgesprungen – Folgen unzureichender Grünpflege. Das haben die städtischen Rechnungsprüfer festgestellt.

Insgesamt haben die Revisoren im vergangenen Jahr 32 Lärmschutzwände begehen lassen, um den Zustand und die Unterhaltung der Bauwerke zu überprüfen; denn bei Lärmschutzwänden wie an der Fürst-Hardenberg-Allee, deren Substanzerhalt von einer vollflächigen Begrünung abhängig ist, ist eine regelmäßige Pflege unerlässlich.

Tiefbauamt wehrt sich

Bei den Begehungen „war überwiegend eine unzureichende Grünpflege festzustellen“, kritisieren die Revisoren in ihrem Bericht für den Rechnungsprüfungsausschuss des Rates. Das habe insbesondere bei den Lärmschutzwänden mit Substratfüllung zu Schäden an den Bauwerken geführt. Das zuständige Tiefbauamt wehrt sich und gibt an, an der Fürst-Hardenberg-Allee seien 2018 zwei Pflegedurchgänge erfolgt, ein Grünpflegerückstand sei derzeit nicht feststellbar.

Doch auch die Lärmschutzwand an der Brennaborstraße in Oespel weist laut Rechnungsprüfern Schäden auf. Dabei habe man bereits 2014 das Tiefbauamt auf drohende Substratverluste bei dem Bauwerk hingewiesen. Nunmehr seien hier „hohe Substratverluste festzustellen. Der aktuelle Zustand der Lärmschutzwand erweckt zumindest den Eindruck, dass keine regelmäßigen Pflegearbeiten und Kontrollen stattgefunden haben.“

Hinweise in den Bauwerksbüchern

Das Tiefbauamt hält dagegen. Die Lärmschutzwand sei 2016 an den maßgeblich geschädigten Stellen teilsaniert worden, um dem weiteren Verfall entgegenzuwirken.

Auch in den sogenannten Bauwerksbüchern, in denen Art und Umfang von Prüfungen dokumentiert sind, haben die Revisoren Hinweise gefunden, dass „schon im Jahr 2016 bei einzelnen Bauwerken eine unzureichende Grünpflege festgestellt wurde.“ Deshalb habe ein Ingenieur sie teilweise nur eingeschränkt in Augenschein nehmen können.

Als Grund für die teilweise mangelhafte Grünpflege führt das Tiefbauamt den anhaltenden Personalmangel an. Schon 2015 seien erste Überlastungsanzeigen aus dem Grünbereich eingereicht worden. Dort fehlten 38 Planstellen. Deshalb habe man das Hauptaugenmerk auf verkehrssichernde Maßnahmen legen müssen.

Nachdem nun die Pflege des Straßenbegleitgrüns vom Tiefbauamt an die EDG übergegangen ist, werde man den Aufgabenbereich neu organisieren und die Pflege regelmäßig durchführen, kündigt das Tiefbauamt an.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Meistgelesen