Was der Betreiber des Spirit-Nachfolgers Nummer Neun mit seiner Disko noch vorhat

dzLegendärer Club-Standort

Aus der legendären Disko Spirit wurde Nummer Neun – eine Herausforderung für den neuen Betreiber. Der will neue Zielgruppen ansprechen und einiges verändern.

Dortmund

, 18.10.2018, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als das Nummer Neun das legendäre Spirit beerbte, blieb wenig beim Alten: Zwei Monate wurde umgebaut, dann war am 1. September Eröffnung. Der geschichtsträchtige Standort im Dortmunder Nachtleben war aber auch eine der Herausforderungen für den neuen Betreiber – denn das Spirit war Kult und die Nummer Neun muss sich erst etablieren.

„Wir haben nicht nur das DJ-Pult mittig vor die Tanzfläche gesetzt, sondern viel in Licht investiert und den Club heller gestaltet“, sagt Betreiber Milan Müther. Er will mit der Disko einen eigenen Charakter entwickeln und somit neue Zielgruppen ansprechen. Der Umbau sei auch noch nicht abgeschlossen ist.

Im früheren Spirit ist ein neuer Geist eingezogen

Der frühere „Kaffeeraum“, der kleine Nebenraum mit Bar, soll zeitnah als zweiter Floor mit DJ-Pult umgestaltet werden. Damit wird beispielsweise bei elektronischen Partys die Musik auf zwei Bereiche verteilt und dann zeitgleich Techno und House gespielt. „Es gibt immer noch kleine Baustellen, doch das gehört bei einem Club zum laufenden Geschäft“, so Müther. Dazu gehören weitere, kleinteilige Projektionsflächen für Beamer oder kleinere Verzierungen in Goldfarben.

Auch wenn sich der Raumschnitt des früheren Spirits nicht geändert hat, merkt man, dass hier nun ein neuer Geist eingezogen ist. Vor allem wenn man sich das aktuelle und vor allem auch zukünftige Musikprogramm anschaut.

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Der studentische Mittwoch mit Indie-Elektronik kommt gut an. Auch die ersten Partyformate von Drum’n‘Bass, Indie und dem zukünftigen Schwerpunkt der elektronischen Tanzmusik etablieren sich langsam aber sicher. „Wir sind nach einem Monat sehr zufrieden mit den Besucherzahlen“, freut sich Müther.

Allerdings ist er mit der inhaltlichen Ausrichtung und dem entsprechenden Programm auch noch nicht fertig. Die Poetry-Premiere Mitte September mit vier Poetry-Slamern war der Startschuss für die monatliche Reihe „Poetry and Beats“. Zudem sollen auch kleinere Konzerte stattfinden.

Ab November sollen dann Singer-Songwritern oder jungen Indiebands eine Bühne geboten werden. Anfragen dazu gäbe es schon einige. Zudem sollen die Band teilweise auch vor den Partyformaten auftreten.

"Es geht in die richtige Richtung"

Zukünftig soll dem Club auch Müthers eigenes Elektrolabel „For Lovers Only“ zugutekommen. Dieses betreibt er seit rund drei Jahren. Das Nummer Neun will er als neue Heimat des Labels positionieren. „Es macht einfach Spaß, im eigenen Club die eigenen Formate und Ideen umzusetzen. Für mich fühlt es sich ein wenig so an, als ob ich das Hobby zum Beruf gemacht habe“, sagt Müther.

Nun will er aber erst einmal an den guten Zahlen des ersten Monats anknüpfen und eine gesunde Mischung aus Fremd- und Eigenveranstaltungen finden. Und Müther hat noch weitere Ideen. Internationale DJs sollen eine Bühne in seinem Club finden. „Es wird dauern, bis sich der Club etabliert hat. Doch es geht in die richtige Richtung“, so sein erstes Fazit.

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