Warum Unwetterwarnungen so oft danebenliegen - zumindest scheinbar

dzWetter

Vorsicht, Gewitter, sagt die Warnapp - und dann passiert einfach nichts. Diese Erfahrung ist im Sommer nicht selten. Das ist der Hintergrund.

von Ines Maria Eckermann

Dortmund

, 28.08.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Sommer heißt es immer wieder: Vorsicht, Unwetter. Grillfeste und Gartenpartys werden zur Sicherheit abgesagt, Mülltonnen und Gartenmöbel in Sicherheit gebracht und Autos in großer Entfernung von Bäumen geparkt.

So auch geschehen an einem Montag in diesem August. Am 26. August zum Beispiel waren Dortmund und sein Umland in Sachen Gewitter deutlich unterschiedlich: In manchen Nachbarstätdten und sogar einigen Stadtteilen kam es zu heftigen Gewittern und Starkregen, während die Menschen nur ein paar Kilometer weiter den Sommer genießen konnten. Insgesamt fällt auf: Es wird im Sommer recht häufig vor Gewittern oder sogar Unwettern gewarnt - und am Ende passiert dann vielerorts oft schlicht nichts. Warum ist das so?

Der Nährboden für Gewitter

Dass es im Sommer überhaupt gewittert, liegt in der Natur der Dinge: „Im Sommer ist die Luft oft warm und feucht und ein Hochdruckgebiet, das die Luftmassen runterdrücken kann, ist nicht in der Nähe“, erklärt Meteorologin Ines von Hollen vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Ein Hochdruckgebiet funktioniert wie ein Deckel, der die warmen Luftmassen daran hindert, immer weiter aufzusteigen. Ohne ein solches steigt der Wasserdampf der schwülen Sommerluft immer höher. Da die Temperaturen in höheren Luftschichten deutlich niedriger sind, kondensiert die Luftfeuchtigkeit dort: So werden Wolken geboren - und im Sommer auch Gewitter.

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Da der innerstädtische Asphalt die Luft deutlich mehr aufheizt als die Ackerflächen in Wickede, Grevel oder Lanstrop, sind die Wolken über Dortmund durchaus ungleich verteilt. Und da die Menge von Autoabgasen und Dunst in der Luft von Viertel zu Viertel variiert, ist auch das Klima in den jeweiligen Bezirken höchst unterschiedlich. Statistiken zeigen, dass sich die Temperaturen von Innenstadtgebieten und den ländlicheren Randzonen um ein bis vier Grad unterscheiden können.

Sonne statt Hagelbeschuss

Mittlerweile können Meteorologen recht genau bestimmen, wann es regnen, hageln oder gewittern wird. Und doch lacht nicht selten trotz Gewitterwarnung die Sonne über der Stadt - zumindest über großen Teilen. „Wir schauen immer auf Gemeindeebene“, erklärt von Hollen. „Deshalb kann es sein, dass über den Norden von Dortmund eine Gewitterzelle zieht und ordentlich was runterkommt - und die Menschen im Süden nur ein paar Tropfen abbekommen.“ Oder die Menschen in weiten Teilen der Stadt einfach gar nichts.

Dennoch kann sogar die Gefahr eines kurzen Gewitters am äußersten Zipfel Dortmunds dafür sorgen, dass für die ganze Stadt eine Gewitterwarnung augegeben wird. Sicher ist schließlich sicher.

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