Warum Dortmund für die Terrormiliz IS eine zentrale Rolle spielt

Dortmunderin (39) unter Terrorverdacht

Der Dortmunder Boban S. hat den Berliner Attentäter Anis Amri in Dortmund beherbergt. Jetzt wurde seine Ehefrau verhaftet: Terrorverdacht. Dortmund spielt eine zentrale Rolle für den IS.

Dortmund

10.10.2019, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Warum Dortmund für die Terrormiliz IS eine zentrale Rolle spielt

Hier wohnte der Dortmunder Boban S.. Zeitweise lebte auch der Attentäter Anis Amri hier. © RN-Archiv

Die Ehefrau des Dortmunders Boban S. ist jetzt in Frankreich wegen festgenommen worden. Sie steht unter Terrorverdacht. Der 39-jährige selbst sitzt seit November 2016 in Haft. Angeklagt gemeinsam mit Abu Walaa, dem „Prediger ohne Gesicht“ sowie drei weiteren Männern, weil sie die Terrormiliz IS unterstützt haben sollen. Eine zentrale Rolle spielt Dortmund.

Unter den Augen des Staates haben sich junge Menschen in Dortmund radikalisiert, reisten später in Kriegsgebiete, um dort zu töten – und zu sterben. Auch Anis Amri, der Attentäter, der auf dem Berliner Weihnachtsmarkt 12 Menschen tötete, war mehrfach in Dortmund. Er übernachtete auch bei Boban S.. In den Tagen nach dem Anschlag werden mindestens acht Wohnungen in Dortmund durchsucht.

Große Reportage deckt die Zusammenhänge auf

Bereits im Jahr 2017 haben sich die RN-Redakteure Tobias Großekemper und Christoph Klemp auf die Spurensuche in Dortmund gemacht und die Zusammenhänge aufgeschrieben.

Die ganze Geschichte lesen Sie hier. (RN+)

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Boban S. hatte zunächst mit dem Islam gar nichts zu tun. So schildern es Menschen, die den Dortmunder noch aus Schulzeiten kennen. Dann plötzlich wird ihm die Religion wichtig. Er konvertiert laut eigener Aussage zum Islam. Lässt sich einen Bart stehen und erklärt den erstaunten Nachbarn, dass er ab jetzt „Abdul Rahman“ heiße und so zu nennen sei. Seine Freundin Nadine H. schlüpft unter einen Schleier.

Junge Leute aus Dortmund, Bochum und Castrop-Rauxel zogen in den Krieg

Der Serbe war dann offenbar das Bindeglied zur IS. Sein Ziel soll es gewesen sein, Personen an den IS in Syrien oder im Irak zu vermitteln. Er hatte Kontakt zu Schülern, Jugendlichen, die sich in Dortmund radikalisierten und für den IS in den Krieg zogen: Der Dortmunder Lucas G und der Dortmunder Christian L.

Ebenso die Zwillinge Mark und Kevin K. aus Castrop-Rauxel. Kevin stand kurz vor dem Abschluss seines Jurastudiums, Mark war Berufssoldat und unter anderem in Afghanistan im Einsatz. Beide starben im Irak als Selbstmordattentäter für den „Islamischen Staat“.

Wenn Sie die lange Reortage nicht lesen, sondern lieber hören wollen, können Sie das hier tun. (RN+):

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