Unter anderem auf dem Bild nach der kurzfristigen Pressekonferenz zu sehen: Dirk Rutenhofer vom Cityring (hinten, v. l.), OB Ullrich Sierau, Stefan Schreiber (IHK, 4. v. l.), Wirtschaftsförder Thomas Wetsphal und Thomas Schäfer (Handelsverband NRW). Vorne mittig steht Martina Regens, Betriebsrätin von Kaufhof. © Stephan Schuetze
Karstadt-Rettung

„Warenhäuser sind nicht von gestern, sondern etwas für die Zukunft“

Eine gute Nachricht am Freitag: Das Karstadt-Haupthaus am Westenhellweg bleibt nun doch von der Schließung verschont. Bei der Dortmunder Wirtschaft macht sich große Erleichterung breit.

Das Karstadt-Haupthaus am Westenhellweg in Dortmund ist gerettet. Diese Nachricht war am Freitag (3.7.) der nächste Paukenschlag in einem mehrwöchigen Dauerkampf.

„Wir sind glücklich, erleichtert und dankbar“, sagte Cityring-Vorsitzender Dirk Rutenhofer am Freitagmittag im Ratsaal des Dortmunder Rathauses auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. „Dortmund ohne Kaufhaus wäre wie ein Theater ohne Aufführungen“, sagte er.

Große Erleichterung mischte sich im Saal mit weiter vorhandener Kampfeslust. Denn die Rettung betrifft aktuell nur das Haupthaus.

Karstadt wichtig „für die Magnetwirkung“

Vor zwei Wochen hatte es geheißen, dass alle drei Dortmunder Warenhäuser Galeria Kaufhof, Karstadt und Karstadt Sports dicht machen sollen. In einem Rundschreiben hat das Unternehmen jetzt am Freitagmorgen sechs Häuser verkündet, die bestehen bleiben sollen – darunter auch Karstadt Dortmund.

„Die Nachricht vor 14 Tagen war eine, mit der wir gar nicht umgehen konnten“, sagte Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund. Er betonte jetzt die Wichtigkeit dieses Erfolgs. Denn Karstadt sei für den lokalen Handel und die Stadt „von besonderer Bedeutung“.

Er dankte allen, die für den Erhalt des Warenhauses gekämpft haben. „Dortmund braucht einen Karstadt – und braucht einen Kaufhof für die Magnetwirkung.“

Lob für die besondere Gesprächskultur in Dortmund

Eine gemeinsame Stimmung nach Außen zu tragen und die Vorteile des Standortes aufzuzeigen, sei von Anfang an die Taktik gewesen. Das wurde aus den Ausführungen von OB Ullrich Sierau und Wirtschaftsförderer Thomas Westphal deutlich und erfuhr von den Beteiligten der Wirtschaft großes Lob.

So auch von Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW Westfalen – Münsterland. Es sei ein großer Vorteil, „dass man das alles gemeinsam angegangen ist“, sagte er und stellte die besondere Gesprächskultur in Dortmund heraus. „Warenhäuser sind nicht von gestern, sondern etwas für die Zukunft“, meinte Schäfer.

Überwältigende Emotionen

Reiner Kajewski von der Gewerkschaft Verdi war in der Belegschaftsversammlung am Morgen dabei, als die Karstadt-Mitarbeiter über den Erhalt des Hauses informiert wurden.

Er spricht von überwältigenden „Emotionen, die da herausgebrochen sind“, denn „wir reden über Standorte, aber dahinter stehen Menschen, die da beschäftigt sind und Familien, die da beschäftigt sind.“ Und von diesen hätte zumindest „ein großer Teil seit dem Morgen eine Perspektive“. Im Haupthaus geht es um rund 250 Mitarbeiter.

Der gemeinsame Kampf in Dortmund sei auch im Vergleich zu den anderen Städten, in denen das Unternehmen Filialen schließen will, etwas besonderes und „nicht selbstverständlich“.

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Baujahr 1993, gebürtig aus Hamm. Nach dem Germanistik- und Geschichtsstudium in Düsseldorf und dem Volontariat bei Lensing Media in der Stadtredaktion Dortmund gelandet. Eine gesunde Portion Neugier und die Begeisterung zum Spiel mit Worten führten zum Journalismus.
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Wilco Ruhland
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