Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren die Einhaltung der Corona-Regeln am Phoenix-See. © dpa
Analyse

Wann könnte Dortmund eine stabile 50er-Inzidenz für neue Öffnungen erreichen?

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwochabend (3.3.) die neuen Corona-Regeln erklärt. Wann könnte Dortmund eine „stabile“ Inzidenz unter 50 erreichen? Unser Rechenbeispiel zeigt es.

Wenn die 7-Tage-Inzidenz stabil unter 50 liegt, seien weitere Öffnungen möglich, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am späten Mittwochabend (3.3.). „Stabil“ bedeutet, dass der Wert 14 Tage lang unter dieser Marke bleiben muss. Ob es reicht, dass Dortmund als einzelne Stadt lokal diese Grenze unterschreitet – oder ob der NRW-Schnitt dies erreichen muss – war am Abend nicht eindeutig.

Dortmunds Inzidenz, also die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, lag am Mittwoch (3.3.) laut Robert-Koch-Institut ganz offiziell bei 66,3. Die von der Stadtverwaltung genannten Berechnungen weichen davon immer leicht ab.

Eine Analyse der bisherigen Daten ergibt, dass eine niedrige Konstanz in Dortmund vor Ende März aber durchaus möglich ist. Mitte Februar lag die lokale Inzidenz noch bei rund 42.

Bisherige Lockdown-Bestwerte würden reichen

Für eine Musterrechnung wählen wir einen optimistischen, aber durchaus an die Realität angelehnten Ansatz, mit dem wir verdeutlichen wollen, wann eine stabile Inzidenz von (unter) 50 erreicht werden könnte.

Wir verwenden dafür die niedrigsten Infektionszahlen eines jeden Wochentags seit Beginn des Lockdowns Anfang November. Also die niedrigsten Zahlen, die an einem Montag seitdem gemeldet wurden (14), die niedrigsten eines Dienstags (41), die niedrigsten eines Mittwochs (34) und so weiter.

Würden diese besten Zahlen ab Donnerstag (4.3.) nacheinander tatsächlich jeden Tag erreicht, käme Dortmund am Sonntag (7.3.) auf eine theoretische Inzidenz von genau 50,0. In den Tagen danach würde der Wert bis auf 39,1 sinken.

Sollten die Zahlen auf diesem Niveau bleiben, dann wäre laut den neuen Regeln eine weitere Öffnung ab dem 22. März möglich – denn dann erst wäre eine konstant niedrige Inzidenz von unter 50 für mehr als 14 Tage tatsächlich gegeben.

Am Mittwoch (3.3.) war Dortmund mit 75 gemeldeten Neuansteckungen davon aber weit entfernt. Aktuell sinkt die Inzidenz der Stadt nicht, sondern steigt leicht an. Um ab dem 10. März dauerhaft unter 50 zu liegen, könnte sich Dortmund ab sofort im Schnitt maximal 41 Neuinfektionen pro Tag erlauben.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
Zur Autorenseite
Kevin Kindel
Lesen Sie jetzt