Vonovia-Haus ist seit fast einem Jahr eingerüstet - Bauverzögerung nervt Bewohner

dzModernisierungs-Ärger

Seit über einem Jahr werden die Häuser an der Egerstraße modernisiert. Die Arbeiten verzögern sich, Gerüste versperren die Fenster. Doch das soll bald endlich ein Ende haben.

Hombruch

, 15.10.2018, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Baugerüste stehen vor den Fenstern, Holzpaletten in den Gärten, Fensterrahmen lehnen an den Wänden. In der Egerstraße finden Modernisierungsarbeiten statt und das laut Bewohnern schon seit über einem Jahr.

Die Gerüste stehen nach wie vor auf einer Gebäudeseite, doch es tut sich nichts mehr: „Die Gerüste stehen schon seit November 2017“, berichtet Anwohnerin Lara B. (Name geändert): „Vorne wurden sie abgebaut, aber hinten stehen sie noch immer. Jetzt haben wir auf einmal mitbekommen, dass die Dachgauben ausgebaut werden sollen und solange muss das Gerüst stehen bleiben. Doch zur Zeit werden überhaupt keine Arbeiten mehr ausgeführt und das nervt langsam.“

Fehlende Kommunikation nervt die Bewohner

Jana Kaminski, Sprecherin des zuständigen Wohnungsunternehmens Vonovia, erklärt das folgendermaßen: „Im Zuge der Modernisierungsarbeiten werden alle Dachgeschosswohnungen mit großen Dachgauben für einen Balkonzutritt ausgestattet. Hierfür sind sehr aufwendige Arbeiten aufseiten der Dachdeckerfirma notwendig, die sich leider verzögert haben.“

Diese Verzögerung nervt viele Bewohner. Lara B. ärgert vor allem die fehlende Kommunikation: „Uns wurde nichts erklärt!“ Als sie in ihre Wohnung zog, waren die Arbeiten noch kein Thema: „Eingezogen bin ich hier am 31. Juli 2016 und da war noch nicht die Rede davon, dass hier was modernisiert werden soll. Die Ankündigung einer Modernisierung ist im März 2017 erfolgt, ein 12-seitiges Schreiben. Beginn sollte demnach der 6. Juni 2017 sein und das Ganze sollte 26 Wochen dauern – im Dezember 2017 sollte also das Ende der Arbeiten sein.

Der Balkon lässt auf sich warten

Warum sich das Ganze verzögert, dazu kann Lara B. nur Vermutungen anstellen: „Ich denke, dass alles so lange dauert, weil Vonovia Probleme hatte, Firmen zu finden, die die entsprechenden Arbeiten ausführen. Des Öfteren sind wohl Firmen abgesprungen.“

Die Heizungsanlage sei bereits erneuert worden, die Fenster ausgemessen und der Einschnitt für die Brüstung der neuen Balkontür gemacht worden, der Balkon selber jedoch ließe noch auf sich warten: „Von Nachbarn habe ich gehört, dass wir im Mai 2018 die Balkone bekommen sollten, aber es ist bis heute nichts passiert“, sagt Lara B.

Vonovia entschuldigt sich

Genau so sei es bei den Arbeiten im Treppenhaus gelaufen: „Wie und wann das Treppenhaus gemacht wurde, wurde uns nicht gesagt. Auf einmal waren die Arbeiter da.“ Und schön geworden sei es auch nicht: „Das Treppenhaus wurde letztens erst verputzt und dann gestrichen, das muss man sich mal ansehen, wie schlecht da gearbeitet wurde.“

Jana Kaminski entschuldigt sich im Namen von Vonovia: „Für die Unannehmlichkeiten, die unseren Kunden dadurch entstanden sind, können wir uns nur entschuldigen.“ Und sie verspricht: „Wir haben nun weitere Fachfirmen hinzugezogen, um die Arbeiten zügig weiterzuführen und abzuschließen. Unser Ziel ist es, die Gerüste Anfang Dezember bereits abgebaut zu haben. Die Arbeiten auf der Baustelle laufen bereits wieder in vollem Umfang.“

Erst Mieterhöhung, später Mietminderung

Doch Lara B. ärgert noch ein weiterer Aspekt: Trotz all der Komplikationen gebe es eine Mieterhöhung: „Die Mieterhöhung wurde mir in einem Schreiben im März 2017 mitgeteilt. Sie beträgt voraussichtlich 90 Euro.“

Klären werde sie all die Probleme in Zukunft nur noch über den Mieterverein, alles andere sei sinnlos. „Die Wohnung gefällt mir, aber ich bin nicht bereit, drei Viertel meines Lohnes dafür zu zahlen.“ Umziehen sei auch keine Lösung: „Ausziehen? Wohin denn, es gibt doch keine bezahlbaren Wohnungen.“

Jana Kaminski hat aber auch eine gute Nachricht für die Mieterin: „Mit Abschluss der Maßnahme werden wir unseren Mietern selbstverständlich eine angemessene Mietminderung zukommen lassen.“

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