Von Kuscheln und Kot: Sabine (32) ist Tierpfleger-Azubi im Zoo Dortmund

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Die angehende Tierpflegerin Sabine kümmert sich im Dortmunder Zoo um Tiere aus aller Welt. Wichtig für Bewerber ist, dass sie sich bewusst sind, was die Ausbildung alles umfasst.

von Kaja Hempel

Dortmund

, 24.08.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sabine Faller (32) weiß schon nach dem Abitur, dass sie Tierpflegerin werden möchte und bewirbt sich für die Ausbildung. Allerdings hat es noch zehn Jahre gedauert, bis sich dieser Wunsch erfüllte. In der Zeit bis zur Ausbildung hat Sabine Faller unter anderem ein Studium in Biologie begonnen und mehrere Praktika mit Tieren gemacht. Der Beruf des Tierpflegers gehört zu den beliebtesten Ausbildungen, und die Plätze sind dementsprechend begehrt. Sabine Faller gibt aber nicht auf und bewirbt sich mehrmals. 2016 hat sie den Ausbildungsplatz dann bekommen.

Fakten zum Beruf und der Ausbildung:

Um einen Ausbildungsplatz zu bekommen, reicht ein Schulabschluss nicht aus. Wichtig ist es, dass man Erfahrung im Umgang mit Tieren mitbringt - sei es in Form von Praktika oder anderen Arbeiten in der Tierpflege. Generell braucht man einen Hauptschulabschluss. Der durchschnittlicher Verdienst nach der Ausbildung liegt bei 1.700 bis 2.880 Euro und hängt vom Betrieb ab. Die Lehre dauert drei Jahre und das Gehalt beläuft sich auf etwa 800 bis 900 Euro im ersten bis 1.000 bis 1.100 Euro im dritten Lehrjahr. Während der Ausbildung muss man wieder die Schulbank drücken: Der Unterricht findet ein oder zweimal die Woche statt. Die Berufsschule ist nicht in Dortmund, sondern in Münster.

Von Kuscheln und Kot: Sabine (32) ist Tierpfleger-Azubi im Zoo Dortmund

Sabine Faller lädt das Heu auf. Körperliche Arbeit gehört zu dem Job dazu. © Kaja Hempel

Das sagt Sabine über ihre Berufswahl:

Was gefällt dir an dem Beruf besonders gut?

Sabine: „Die meiste Zeit ist man draußen, wie im Sommer so im Winter. Ich genieße es, den ganzen Tag an der frischen Luft zu sein, aber der größte Faktor, der den Beruf so attraktiv macht, sind natürlich die Tiere. Ich schätze vor allem ihre ehrlichen Reaktionen und ebenso wichtig ist es zu sehen, dass sich die Tiere wohlfühlen, wenn man sie gut pflegt. Außerdem ist die Ausbildung unglaublich abwechslungsreich. Bei den vielen verschiedenen Tieren lernt man alles über deren Lebensräume, Futtermittel und das Verhalten. Während der Ausbildung habe ich alle Stationen im Zoo einmal durchlaufen."

Was gefällt dir an dem Beruf gar nicht?

Sabine: „Der Job ist körperlich anstrengend, das muss einem bewusst sein. Wer sich unter dem Beruf vorstellt, den ganzen Tag Tiere zu streicheln, der liegt falsch. Es gibt die Zeiten, in denen man den Tieren nahe ist, bei den Fütterungen zum Beispiel. Gehege ausmisten und Futtermittel zubereiten, gehört aber genauso zu dem Job. Eine empfindliche Nase oder Scheu davor anzupacken, spricht gegen die Ausbildung als Tierpfleger. Mich stört das alles aber nicht."

Wo hättest du in der Schule besser aufpassen sollen?

Sabine: „Man lernt die Besonderheiten der Tierarten kennen und man sollte in Erdkunde gut zuhören, damit man die Tiere ihren Herkunftsländern zuordnen kann. Ansonsten ist auch ratsam, sich für Biologie zu interessieren. Am Wilhelm-Emanuel-von-Ketteler-Berufskolleg gibt es dann neben Fächern wie „Halten, Pflegen, Versorgen“ und „Zucht und Erziehung“ auch BWL, Englisch, Deutsch, Politik und Sport.“

Infos zu Ausbildungsplätzen

Wer sich für den Beruf Tierpfleger interessiert, kann statt im Zoo auch in alternativen Ausbildungsstätten lernen, etwa in Tierheimen oder -kliniken. Dieses Jahr sind die Ausbildungsplätze im Zoo Dortmund bereits vergeben.

Das komplette Ausbildungsstellenangebot in Dortmund sowie Infos über vakante Ausbildungsplätze gibt es in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit unter jobboerse.arbeitsagentur.de sowie vor Ort im Dortmunder Jugendberufshaus, Steinstraße 39. jugendberufhshaus-dortmund.de.

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