Viele Stadtbahnfahrer der DSW21 leiden bei extremen Temperaturen am Arbeitsplatz

dzSchweißtreibende Bahnfahrten

Ein Großteil der Stadtbahnen der Dortmunder Verkehrsbetriebe sind technisch nicht so ausgestattet, dass deren Fahrer bei Hitze einen kühlen Kopf behalten. Das soll sich aber ändern.

Dortmund

, 01.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur die Fahrgäste der Stadtbahnen ächzen an heißen Tagen - auch die 350 Fahrerinnen und Fahrer, die im Dienst der DSW21 unterwegs sind, haben's nicht leicht, wenn die Sonne brennt. Darauf weist ein Leser hin, der sich nach unserem Bericht über fehlende Klimaanlagen in mehr als der Hälfte der DSW-Bahnen bei uns meldete. Er habe beobachtet, wie Fahrer geradezu zerflossen seien. Und fragt: Kann man sich so überhaupt konzentrieren?

„Die extremen Temperaturen in der vergangenen Hitzewelle haben für unsere Fahrerinnen und Fahrer eine extreme Belastung bedeutet. Hinter der Glasscheibe im Führerstand werden auch bei geöffnetem Fenster und heruntergelassener Jalousie hohe Temperaturen erreicht“, sagt DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth.

Dass aufgrund der Hitze Dienst- oder Pausenzeiten der Beschäftigten angepasst werden könnten, steht bei den Verkehrsbetrieben jedoch nicht zur Diskussion, „da der Kunde auch bei sehr heißem Wetter sein gewohntes Angebot erwartet“.

Das heiße aber nicht, dass die Verkehrsbetriebe keine Maßnahmen getroffen hätten, um den Bediensteten ihre Arbeit in der Sommersonne etwas angenehmer zu machen. „Unsere Mitarbeiter können sich vor Dienstbeginn Wasser zapfen, wir stellen dafür Flaschen zur Verfügung. Außerdem bieten wir im Sommer frisches Obst an“, so Britta Heydenbluth.

Klimaanlagen für die Fahrer

Die Mehrbelastung der Fahrzeugführer ist mitunter der technischen Ausstattung der Wagen geschuldet. 57 Stadtbahnen seien laut Heydenbluth vollklimatisiert - nämlich alle Niederflurbahnen auf den Linien U43 und U44. Auch deren Fahrerarbeitsplätze seien mit Klimaanlagen ausgestattet. Die anderen seien nicht klimatisiert und könnten nur durch die Fenster belüftet werden. Allerdings seien darunter zehn Hochflurbahnen des Typs „Bonner Wagen“, die immerhin einen klimatisierten Arbeitsplatz für die Fahrer hätten.

Die Arbeitsbedingungen für die DSW21-Fahrer sollen in den nächsten Jahren verbessert werden. So plane man bis zu 26 neue Wagen für die Stadtbahnen anzuschaffen. Desweiteren sollen 64 der derzeitig in Betrieb stehenden Bahnen modernisiert und um klimatisierte Fahrerarbeitsplätze erweitert werden.

Andere Kollegen litten auch

„Nicht vergessen sollte man übrigens, dass die Hitze auch für andere Kollegen, die draußen arbeiten, eine echte Belastung war“, sagt die DSW21-Sprecherin. Auch die Verkehrsmeister, Servicekräfte und Gleisbauer am Hellweg oder das Oberleitungsteam, das in der vergangenen Woche rausfahren musste, als in Brackel ein LKW einen Mast umgefahren hattte. „Und auch, wenn unsere Busfahrer einen klimatisierten Fahrerarbeitsplatz haben, waren die Temperaturen angesichts eines offenen Raums und großer Scheiben letzte Woche alles andere als angenehm“. Bei der DSW21 sei man froh, dass nun nur noch ein „normales“ Sommer-Wetter zu erwarten sei.

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