Corona hat eine Fluktuation bei den Tafel-Mitarbeitern verursacht: Ältere ziehen sich mehr zurück, Jüngere sind dafür zurzeit mehr im Einsatz. © Stephan Schütze
Bedürftigkeit

Viele junge Dortmunder wollen der Tafel im Lockdown ehrenamtlich helfen

Auch während des neuen Lockdowns hält die Dortmunder Tafel ihre Unterstützung für Bedürftige aufrecht. Dabei helfen ihr vor allem junge Dortmunder auszugleichen, was aus guten Gründen wegfällt.

Auch die Dortmunder Tafel bekommt den zweiten Lockdown zu spüren. Allerdings auf eine andere, positivere Weise, als man zunächst vermuten würde. Betriebsleiter Ansgar Wortmann sagt: „Seit sich der Lockdown abgezeichnet hat, gibt es wieder vermehrt Anfragen von Dortmundern, die bei uns in der Essensausgabe mithelfen möchten.“

Generell sei das Pandemie-Geschehen in den vergangenen Monaten aber mitverantwortlich für ein stetes „Auf“ und „Ab“ bei den personellen Kapazitäten der Dortmunder Tafel. „Die Ehrenamtlichen, die den Risikogruppen zuzurechnen sind, ziehen sich vermehrt zurück, die Jüngeren hingegen werden mehr bei uns“.

„Besonders erfreulich war im Rückblick auch das Engagement der Dortmunder Schausteller, die beim Lockdown im März bei uns mitgeholfen haben“, erklärt Ansgar Wortmann.

Corona-Lieferservice nicht realisierbar

Die Idee, einen Lieferservice speziell für die Zeit der anhaltenden Pandemie einzurichten, kam über erste Überlegungen bei den Verantwortlichen der Dortmunder Tafel nicht hinaus, wie Ansgar Wortmann erklärt.

„Logistisch und personell wäre das schlichtweg einfach nicht gegangen. Und unter den Kunden hätte es sicher auch einige gegeben, die das nicht gewollt hätten, dass man sie zu Haus besucht“, so Wortmann.

Direkt an die Wohnungstür kommen die Mitarbeiter der Tafel also weiterhin nur, wenn es den Kunden aufgrund von Gebrechlichkeit und anderen dauerhaften Erkrankungen nicht möglich ist, die Ausgabestellen selbst aufzusuchen.

Leute halten sich zurück

Dass durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise nun merklich mehr Menschen als sonst einen Ausgabeausweis für die Tafel beantragt hätten, kann Ansgar Wortmann nicht bestätigen.

„Man kann nicht ausschließen, dass es demnächst mehr Kunden werden könnten, aber derzeit lässt sich das nicht sehen. Möglicherweise halten sich die Leute noch sehr zurück“, mutmaßt der Betriebsleiter der Tafel.

Zurückhaltung und Verständnis für den veränderten Betrieb bei der Tafel zeichneten laut Wortmann auch die Kunden aus. Trotz angespannter Lage sei das Verhältnis zueinander weiterhin gut.

„Wie uns verlangt auch den Kunden die Pandemie-Situation eine Menge ab. Aber das hat bisher keine spürbaren Veränderungen beim Miteinander nach sich gezogen“.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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