Digitale Hochschullehre: Auch die Prüfungsphase an der TU Dortmund muss online stattfinden © Nick Kaspers
Digitales Studium

Videoüberwachung bei Klausuren? Digitale Prüfungsphase der TU wirft Fragen auf

Für Studierende der TU steht corona-bedingt eine digitale Prüfungsphase bevor, in der sogar Klausuren online geschrieben werden. Das sorgt für Fragezeichen. Nun gibt es Antworten.

Die Vorlesungszeit neigt sich für Studierende an der TU Dortmund dem Ende zu – gleichzeitig steht die Prüfungsphase vor der Tür. Doch die aktuelle Infektionslage macht Klausuren mit Hunderten Studierenden in einem Raum undenkbar. Im Sommer wurden viele Klausuren deshalb in den Westfalenhallen geschrieben, aber das funktioniert im Lockdown so nicht. Ausfallen sollen Prüfungen wie im ersten Lockdown allerdings nicht.

Mit der Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar bereitet sich die Universität jetzt auf eine digitale Prüfungsphase vor. In einer Rundmail, die unserer Redaktion vorliegt, werden weitere Details über die Prüfungsphase deutlich – und Unsicherheiten werden ausgeräumt.

Die Universität schlägt verschiedene Möglichkeiten für die digitale Prüfungsphase vor. Die Optionen können je nach Fachgebiet, Prüfungsstoff und Anzahl der Prüflinge ausgewählt werden.

Wie wird sichergestellt, dass nicht geschummelt wird?

Durch einen Beschluss der jeweiligen Prüfungsausschüsse dürfen schriftliche Klausuren und mündliche Prüfungen digital stattfinden. Dafür hat die TU die Systeme Moodle, EvaExam Online, Zoom und Webex zur Verfügung. Die Prüfungsaufsicht erfolge per Webcam in einer Videokonferenz. Dies sei datenschutzrechtlich erlaubt.

Die Universität betont aber auch, dass eine Aufzeichnung oder eine darüber hinausgehende Überwachung nicht erlaubt sei.

Wie schreibt man eine Klausur im Internet?

Bei schriftlichen Prüfungen handle es sich um sogenannte „Open-Book-Prüfungen“. Dafür können Prüfungsfragen in soweit angepasst werden, dass nicht nur nachschlagbares Wissen abgefragt wird, sondern der Fokus auf einem höheren Maß an Verständnis liegt.

Statt einer Klausur können die Prüfungsausschüsse aber auch über alternative Prüfungsformen wie zum Beispiel Hausaufgaben, mündliche Prüfungen oder Hausarbeiten entscheiden.

Bekommen die Studierenden Leihgeräte?

Nein. Im Gegensatz zum Heimunterricht für Schulkinder bietet die Hochschule keine Leihgeräte für Studierende an. Diese müssen sich um die erforderliche technische Ausstattung für ihre Prüfungen selbst kümmern, heißt es in der Rundmail. Bei nachweislichen Problemen sollten sich die Studierenden an die Prüfenden wenden.

Was passiert bei technischen Problemen?

Falls es zu technischen Problemen während einer Prüfung kommen sollte, müssen diese genau dokumentiert werden. Mit den Prüfungsplattformen selbst soll es keine Schwierigkeiten geben. Die Klausurtermine, die bisher für die Präsenz geplant waren, sollen für die digitale Klausurphase bleiben. So werde vermieden, dass viele Prüfungen gleichzeitig stattfinden und die Server überlastet sind. Trotzdem kann es auch immer noch zu Terminänderungen oder Verschiebungen von Prüfungen kommen. Die TU weist darauf hin, dass Änderungen rechtzeitig kommuniziert werden. Aktuelle Hinweise und Änderungen gibt es auf der Webseite unter www.tu-dortmund.de.

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