Rush Hour: Vermietungs-Anzeige für Großraumdisko wirft Fragen auf

dzNachtleben

Was hatte es mit der inzwischen deaktivierten Anzeige zur Vermietung der Großraumdiskothek Rush Hour auf sich? Die Geschäftsführung spricht von Fake News – und nutzte das für Werbung.

Dortmund

, 19.10.2019, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Warum wurde die Anzeige zur Vermietung der Dortmunder Großraumdiskothek „Rush Hour“ auf der Plattform Immobilien-Scout24 geschaltet, wenn die Disko gar nicht vermietet werden sollte? „Etablierter Nachtpalast im Herzen Dortmunds – Eine Location mit vielen Möglichkeiten!“ – so wurde der Tanzpalast an der Straße Im Spähenfelde noch bis mindestens 14. Oktober im Netz angepriesen. Monatlicher Mietpreis 16.000 Euro, Inventarablöse erforderlich. Bei der Übernahme des Clubs sei eine Abstandssumme zu zahlen. Darüber ist bei uns ein Artikel erschienen.

Schon bei einer ersten Recherche zu der Anzeige war der darin genannte Ansprechpartner nicht bereit, sich dazu zu äußern. Stattdessen erschien ein Screenshot des Ruhr-Nachrichten-Artikels auf der Facebook-Seite vom Rush-Hour mit der dicken Aufschrift „Fake News“, verbunden mit der Aufforderung „Like und Teile diese Nachricht und du hast die Chance, einen Tisch mit Vodka und Beigetränk zu gewinnen.“ Dahinter ein Smiley. Und: „Lasst alle eure Freunde wissen, dass wir nicht schließen!!“

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Namen verweigert

Das hatte auch im Artikel niemand geschrieben. Im Gegenteil; denn darin war zu lesen, dass auf der Internetseite des Rush Hour nichts auf eine Vermietung hindeute.

Allerdings war die Reaktion des Rush Hour eine zweite Recherche wert – sowohl bei dem in der Anzeige genannten Ansprechpartner als auch beim Geschäftsführer der Disko. Dieses Mal erklärte der Ansprechpartner – es handelt sich um einen Autohändler aus Duisburg –, die Anzeige habe seit längerer Zeit im Internet gestanden und sei nicht rausgenommen worden. Man wolle nicht vermieten. Mehr wollte der Mann wieder nicht sagen und verwies auf den Geschäftsführer.

Nächster Versuch unter der Handynummer des Geschäftsführers. Dort meldete sich ebenfalls ein Mann, allerdings ohne seinen Namen zu nennen. Auf Nachfrage, ob er der Geschäftsführer sei, sagte der Mann, nein, der sei in Urlaub und die Handy-Nummer auf sein Telefon umgeleitet. Seinen Namen wollte er auch weiterhin nicht nennen.

„Wir wollen keine Auskunft darüber geben“

Auf die Frage, wieso man eine Anzeige geschaltet habe, wenn man gar nicht vermieten wollte, sagte der Mann: „Wir können dazu nichts sagen. Wir wollen keine Auskunft darüber geben.“ Dann drohte er mit rechtlichen Schritten gegen eine Berichterstattung, die man nicht wolle.

Kurze Zeit nach dem Telefongespräch waren die insgesamt zwei Posts zu dem Artikel von der Facebook-Seite der Diskothek verschwunden. Doch die Fragen bleiben.

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