Großer Feuerwehreinsatz am Dienstagabend: Fußballfans hatten vor Anpfiff des Champions-League-Spiels Borussia Dortmund gegen Sporting Lissabon Bengalos in der Stadtbahn-Station Stadtgarten gezündet. © Daniel Immel
Fußballfans zünden Pyrotechnik

Verletzte und Festnahmen wegen Bengalos: „Alle Alarmglocken schrillen“

Fußball-Fans haben am Dienstag Bengalos im U-Bahnhof Stadtgarten gezündet und einen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Die Station wurde evakuiert, sieben Menschen leicht verletzt, es gab Festnahmen.

Als die Brandmeldeanlage der Stadtbahn-Haltestelle Stadtgarten am Dienstagabend gegen 18.50 Uhr auslöste, schrillten bei DSW21 „alle Alarmglocken“ – so beschreibt es Pressesprecherin Britta Heydenbluth am Tag nach dem Vorfall.

In einer unterirdischen Haltestelle seien „Feuer und Rauch immer ganz gefährlich“. Die Tunnel für die Züge, die mehreren Ebenen des U-Bahnhofs – das sorge für einen Kamineffekt, der den Rauch verteile.

Haltestelle evakuiert und entraucht

Dementsprechend kamen die Mitarbeiter des Stadtbahn-Betreibers ins Rotieren, als die Fans von Sporting Lissabon im Vorfeld des Champions-League-Spiels gegen Borussia Dortmund Pyrotechnik auf einer der unterirdischen Ebenen der Station zündeten.

Die alarmierte Feuerwehr rückte an, die Haltestelle wurde evakuiert und entraucht. Über die Videokameras habe man schnell ermitteln können, dass es sich „nur“ um Pyrotechnik und kein großflächiges Feuer handelte, so Feuerwehr-Sprecher Oliver Körner.

Nichtsdestotrotz gab es nach Angaben der Polizei vom Mittwoch sieben Leichtverletzte – sechs Polizisten und eine DSW21-Mitarbeiterin. Zu den Leichtverletzten konnte Sprecherin Dana Seketa keine Angaben im Detail machen: Möglich sei, dass die Beamten Rauch eingeatmet oder ein Knalltrauma erlitten haben. Während des Zündens der Pyrotechnik habe es einen „richtig lauten Knall“ gegeben. Der Rettungsdienst hatte vor Ort niemanden behandeln müssen.

Derweil laufen die Ermittlungen: Man habe am Dienstagabend mehrere Menschen festgenommen, so Polizeisprecherin Amanda Nottenkemper. Es seien im Zusammenhang mit dem Vorfall mehrere Personen identifiziert worden.

„Aktuell wird noch geprüft, ob sie wirklich tatverdächtig sind“, daher könne sie noch keine genaue Personenzahl nennen, so Nottenkemper. „Die Vernehmungen laufen noch“, zudem sichte man Videomaterial aus der Stadtbahn-Station. Es werde ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz.

Der große Einsatz am Stadtgarten war am Dienstagabend nicht der einzige Vorfall, bei dem sich die Polizei mit den Sporting-Fans auseinandersetzen musste: Im Stadion verletzten Gästefans einen Ordner. Auch hier wurden Strafverfahren eingeleitet.

Keine längerfristigen Auswirkungen für Stadtgarten

Dass das Zünden von Pyrotechnik in einer unterirdischen Station kein Kavaliersdelikt ist, betonte DSW21-Sprecherin Heydenbluth: „Sowas ist sehr heikel. Bei einer entsprechenden Rauchentwicklung kann Panik ein Faktor sein. Im Extremfall kann so etwas dazu führen, dass Leute nicht mehr alleine herauskommen.“

Längerfristige Auswirkungen auf die Abläufe im Stadtgarten hatte der Vorfall aber nicht: Es gibt keine größeren Schäden, maximal etwas abgelagerten Ruß. „Es ist glimpflich ausgegangen“, so Heydenbluth.

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Jessica Will

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