Verfallende Fördermittel: Nach Stadt-Appell werden nun mehr Sozialwohnungen geplant

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Die Hoffnung ist groß, dass doch noch ein großer Teil der öffentlichen Fördermittel für sozialen Wohnungsbau abgerufen werden. Die Wohnungswirtschaft reagiert auf den Appell der Stadt.

Dortmund

, 07.09.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Schüren gab es Grund zum Feiern. Von einem „Musterbeispiel für geförderten Wohnungsbau“ sprach Planungsdezernent Ludger Wilde, als der Richtkranz über dem Gebäudekomplex am Teigelbrand schwebte. Hier, auf dem früheren Gelände der Firma Hengstenberg, baut der Spar- und Bauverein mit einer Investitionssumme von 14 Millionen Euro 64 Wohnungen mit öffentlicher Förderung, die dann preisgebunden vermietet werden. Fast 7 Millionen Euro davon kommen aus öffentlichen Mitteln.

Engagement für sozialen Wohnungsbau

Für Franz-Bernd Große-Wilde, Vorstandschef des Spar- und Bauvereins und aktuellen Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen, ist der Neubau ein Beleg für das Engagement der Wohnungswirtschaft in Sachen sozialer Wohnungsbau. „Die Diskussion über eine vermeintlich zu passive Wohnungswirtschaft, die die Fördermittel nicht abrufe, führt ins Leere, denn gerade in Dortmund sind Investitionen im Wohnungsbau im ganzen Stadtgebiet für alle sichtbar“, stellte Große-Wilde fest.

Hintergrund ist die Klage der Stadt, dass von den 39 Millionen Euro an Landesmitteln für öffentliche geförderten Wohnungsbau, die für Dortmund in diesem Jahr zur Verfügung stehen, absehbar nur 19 Millionen abgerufen werden. Damit drohten 20 Millionen Euro an Fördermitteln zu verfallen, weil eine Übertragung ins nächste Jahr nicht möglich ist.

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Dass die Fördermittel in diesem Jahr bislang nur zögerlich abgerufen wurden, hat nach Überzeugung von Große-Wilde eine Vielzahl an Gründen. So habe die Wohnungswirtschaft in den vergangenen Jahren viele Investitionen angestoßen, die nun noch abgearbeitet würden.

So wurden 2017 51 Millionen Euro an Fördermitteln abgerufen, die nun zum Teil noch verbaut würden.

Der Neubau am Teigelbrand sei dafür ein gutes Beispiel: Bewilligt wurden die Fördermittel bereits im Dezember 2017. Einziehen können die ersten Mieter voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres.

Planungen für mehrere Jahre

Viele Unternehmen hätten eine Mehrjahres-Planung für Investitionen, erklärt Große-Wilde. Deshalb sei auch noch keine Reaktion auf die inzwischen verbesserten Förderbedingungen zu spüren.

Seit Juni bekommen Investoren im öffentlich geförderten Wohnungsbau einen höheren Tilgungsnachlass für die Darlehen und können Mieten von bis zu 6,20 Euro verlangen. „So schnell können die Wohnungsunternehmen allerdings nicht reagieren“, erläutert Große-Wilde. Doch die Botschaft der Stadt sei durchaus angekommen.

Sein eigenes Unternehmen, der Spar- und Bauverein, werde im Herbst über die Beantragung weiterer Fördermittel für dieses Jahr entscheiden, kündigt Große-Wilde an. Sie könnten in Modernisierungsmaßnahmen in den Wohnungsbestand im Union-Viertel fließen.

Entscheidungen im Herbst

Im September werde zudem über die Budgetplanung für das Jahr 2020 entschieden. Im nächsten Jahr stehen erneut 35 Millionen Euro an Fördermitteln für den Wohnungsbau zur Verfügung.

Auch bei der Stadt zeigt man sich inzwischen zuversichtlich, dass in diesem Jahr noch weitere Fördermittel abgerufen werden. Es hätten sich nach dem Aufruf viele neue Investoren gemeldet, berichtet Anja Laubrock vom städtischen Wohnungsamt.

Wer fertige Pläne und Grundstücke habe, könne damit rechnen, noch in diesem Jahr eine Zusage zu bekommen, verspricht Dezernent Ludger Wilde. Und Franz-Bernd Große-Wilde versichert für die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungswirtschaft, dass die Dortmunder Unternehmen weiter bauen werden.

Der Spar- und Bauverein will noch in diesem Jahr gleich neben dem Neubaukomplex am Teigelbrand ein weiteres Projekt starten. Direkt an der Schüruferstraße entstehen 16 geförderte Wohnungen mit einer integrierten Tagespflege-Einrichtung.

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