Vapiano auf Türkisch: So gut ist das Bona’me an der Kleppingstraße

dzRestaurant-Check

Der Nachfolger des Vapiano an der Kleppingstraße kommt mit ähnlichem Konzept aber ganz anderer Küche daher. Wenige Wochen nach der Eröffnung machen wir den Restaurant-Check im Bona’me.

Dortmund

, 13.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Da, wo an der Kleppingstraße mal Vapiano war, ist jetzt Bona’me – also so in etwa und auf Türkisch und doch ziemlich anders. Doch zunächst zu den Gemeinsamkeiten des neu eröffneten Bona’me mit dessen Vorgänger.

Beide sind Systemgastronomien der gehobenen Kategorie. Bei beiden bestellen Kunden an verschiedenen Stationen entlang eines Tresens. Bei beiden wird vor den Augen der Kunden gekocht.

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Damit hören die Gemeinsamkeiten auch auf. Denn anders als der Italiener Vapiano ist Bona’me ein türkisch/kurdisches Konzept. Entsprechend orientalisch die Speisekarte, die Deko und die Details. Keine drei Wochen nach der Eröffnung am 21. November wird es Zeit für einen Check.

Die Atmosphäre:

Meine Begleitung und ich statten dem Bona’me einen Besuch an einem Dienstag zur Mittagszeit ab. Es ist relativ aber nicht unangenehm leer.

Die Aufteilung der Räumlichkeiten ähnelt ebenfalls der des Vorgängers – wie sollte es auch anders sein. Allerdings bringt das Bona’me deutlich seinen eigenen Stil mit. Und der ist wirklich gelungen umgesetzt.

Die Theke, hinter der die Köche die Gerichte zubereiten, ist zum Beispiel mit bunten Fliesen versehen. Auch die Wand dahinter ist gefliest. Über den Tischen hängen orientalische Metallampen mit kleinen Löchern. Konsequent aber nicht aufdringlich wirkt das Design auf mich. In jedem Fall passt es zum Gesamtkonzept.

Allerdings: So gemütlich die Gestaltung auch dank Sitzecken mit dicken Sofas ist. Richtig gemütlich ist das Restaurant einfach schon wegen seiner Größe nicht. Da kommt dann eben doch die Systemgastronomie durch.

Das Essen:

Als Vorspeise gibt es bei meiner Begleitung (übrigens Vegetarier) gefüllte Aubergine. Die scheint alle Erwartungen zu erfüllen. Ich selbst verzichte auf eine Vorspeise, probiere aber – für die Wissenschaft – ein Stück vom Brot meines Gegenüber. Etwas überrascht mich, dass das Brot kalt ist. Warm wäre mir lieber gewesen, vielleicht muss das aber auch so. Geschmacklich gibts jedenfalls nichts auszusetzen.

Vapiano auf Türkisch: So gut ist das Bona’me an der Kleppingstraße

Mein Hauptgericht: Beyti mit Hackfleisch, Preis 10,90 Euro. © Bastian Pietsch

Mein Hauptgang kommt wenig später: Es gibt Beyti, dünn gerolltes Fladenbrot mit Hackfleischfüllung. Dazu scharfes Peperoni-Minz-Öl und milde Joghurtsoße. Das Zusammenspiel der verschiedenen Gewürze gefällt mir sehr gut und dank des Brotes meiner Begleitung finde ich auch eine Verwendung für die etwas üppig bemessene Soße. Apropos üppig: satt werde ich im Bona’me locker!

Vapiano auf Türkisch: So gut ist das Bona’me an der Kleppingstraße

Das Hauptgericht meiner Begleitung: Manti gefüllt mit Weißkäse, dazu Spinat und Tomatensoße, Preis: 8,90 Euro. © Christian Gerstenberger

Meine Begleitung bekommt als Hauptgang Manti – ebenso wie Beyti ein Klassiker. Die Teigtaschen, gefüllt mit Weißkäse, gibt es im Bona’me in verschiedenen Ausführungen. Quasi die türkische Variante der Ravioli. Meiner Begleitung schmeckt ihre Wahl sehr gut. Nur etwas mehr Füllung hätte rein gekonnt.

Die Form der Manti ist übrigens angepasst an den europäischen Gaumen, erklärt Restaurant-Leiter Anatolij Acenko. Das habe man bei ein paar Gerichten so gemacht. Manti seien im original eigentlich kleiner und anders geformt.

Vapiano auf Türkisch: So gut ist das Bona’me an der Kleppingstraße

Mein, hier schon halb verspeistes, Dessert. © Bastian Pietsch

Mein Nachtisch enttäuscht leider etwas. Ich bestelle Mandarinengebäck und bekomme eine Art Einmachglas mit Gebäck am Boden und einer Creme darüber. In der Form eher nicht das, was ich mir vorgestellt habe, geschmacklich aber gut. Meine Begleitung bestellt einen Grießkuchen mit Zuckersirup, der nicht auf der Karte steht, aber in der Auslage der Bar zu sehen ist. Der schmeckt sehr lecker.

Vapiano auf Türkisch: So gut ist das Bona’me an der Kleppingstraße

Der Nachtisch meiner Begleitung steht zwar nicht auf der Karte, ist aber dennoch fast immer im Bona’me zu bekommen, sagt der Restaurantleiter. © Christian Gerstenberger

Insgesamt sind wir beide mit unserem Essen sehr zufrieden. Im Bona’me schmeckts nicht nach Fast Food und auch nicht nur nach „etwas für die Mittagspause“. Hier würde ich ohne Zögern auch abends mit Freunden hingehen, um orientalisch zu essen.

Die Preise:

Zu zweit zahlen wir für zwei Hauptspeisen, eine Vorspeise und zwei Desserts rund 30 Euro – ohne Getränke. Beschweren kann man sich darüber – auch angesichts der Größe der Portionen – sicher nicht.

Knapp 12 Euro kostet das teuerste Gericht auf der Karte. Ob man das viel oder wenig findet, hängt wohl vom Vergleich ab: Natürlich kann man in Filialen von Fast-Food-Ketten günstiger essen. Das Essen im Bona’me könnte so aber auch in einer Nicht-Systemgastronomie auf den Tisch kommen. Und an solchen Restaurants möchte zumindest ich das Bona’me messen. Da sind Preise zwischen 8 und 12 Euro echt fair.

Kinderfreundlichkeit:

Eine spezielle Karte für Kinder gibt es nicht. Allerdings betont Restaurantleiter Anatolij Acenko, dass viele der Gerichte auf Wunsch auch in Kindergrößen gemacht werden. Und auch einfache Beilagen, wie zum Beispiel Reis, könne man als einzelne Gerichte für Kinder bekommen.

Übrigens: Auch für Vegetarier und Veganer würden die Gerichte soweit möglich auch auf Wunsch angepasst, sagt Anatlij Acenko.

Barrierefreiheit:

Der Haupteingang mit mehreren Treppenstufen ist definitiv nicht barrierefrei. Doch dieser erste Eindruck täuscht. Denn es gibt einen weiteren Eingang mit einem Lift für Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder aus anderen Gründen Probleme mit dem Treppensteigen haben.

Auch eine barrierefreie Toilette gibt es, die ebenso wie gut die Hälfte des Gastraums zu diesem Lift hin ebenerdig ist. Allerdings: Der Tresen mit der Show-Küche ist von dort aus nur über eine kleine Treppe zu erreichen.

Anfahrt und Parkplätze:

Die Kleppingstraße liegt mitten in der City. Einige wenige Parkplätze gibt es dort direkt und in den Seitenstraßen. Besser beraten wären Autofahrer aber mit einem der Parkhäuser, zum Beispiel dem am Stadthaus oder unter dem Hansaplatz.

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen will, kann vom einem der U-Bahn-Knoten Stadtgarten oder Reinoldikirche aus laufen.

Netzstimmen:

Besonders viele Bewertungen hat zumindest das Dortmunder Bona’me in der kurzen Zeit seit der Eröffnung noch nicht gesammelt. Rund 40 Rezensionen finden sich auf Google mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3,8 von 5 Sternen.

Schaut man sich die kritischeren Bewertungen an, werden dort vor allem zwei Dinge angemerkt: Erstens, das Bona’me sei zu teuer. Das kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen. Für Mittagspausen wird das Bona’me zwar doch eher die Ausnahme bleiben, gemessen an anderen Restaurants sind die Preise aber absolut fair.

Der zweite Kritikpunkt: Das Essen sei zu weit von den türkischen Originalrezepten entfernt. Da ist wohl durchaus etwas dran, wie ja auch Restaurantleiter Anatolij Acenko bestätigt. Auffallen dürfte das aber wohl nur denjenigen, die eben diese Originale kennen.

Restaurant-Infos:

„Bona’me “, Kleppingstraße 26, 44135 Dortmund, mehr Infos auf der Website www.bona-me.de/dortmund und unter Tel. (0231) 22 20 13 52.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 10 bis 0 Uhr, Freitag und Samstag: 9 bis 1 Uhr, Sonntag: 9 bis 0 Uhr. Montags bis freitags gibt es bis 12 Uhr orientalisches Frühstück, samstags und sonntags bis 14 Uhr.

Hier finden Sie eine Karte mit allen Tests:

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