Der CDU-Politiker Ulrich Monegel ist vollkommen unerwartet im Alter von 66 Jahren gestorben. © Dieter Menne
Nachruf

Ulrich Monegel hinterlässt eine große Lücke in Partei, Fraktion und Stadt

Kommunalpolitiker in Dortmund – nicht nur der CDU – stehen unter Schock. Der plötzliche Tod des langjährigen Vorsitzenden der CDU-Ratsfraktion und neu gewählten Bürgermeisters macht alle fassungslos.

Große Betroffenheit und Trauer am Donnerstag (10.12.) im Finanzausschuss des Dortmunder Rates. Kurz vor Beginn der Sitzung kam die Nachricht vom plötzlichen und unerwarteten Tod von Ulrich Monegel. Als Vorsitzender hatte er das Gremium viele Jahre lang geprägt und die Finanzpolitik der Stadt maßgeblich mitbestimmt.

Der Ausschuss würdigte das Wirken Monegels mit einer Schweigeminute. Dr. Jendrik Suck – Nachfolger des Verstorbenen als CDU-Fraktionschef und Finanzausschuss-Vorsitzender – erinnerte an die kurzweilige, geistreiche Art, mit der Monegel dort trockener Haushaltspolitik seinen Stempel aufgedrückt hat.

Ulrich Monegel ist Anfang der Woche im Alter von nur 66 Jahren gestorben. In Partei und Fraktion hinterlässt er eine große Lücke. Seit fast vier Jahrzehnten war Ulrich Monegel eng mit der Dortmunder Kommunalpolitik verbunden: haupt- und ehrenamtlich, als Fraktionsgeschäftsführer, als sachkundiger Bürger und als Ratsmitglied.

Große Anerkennung auch bei anderen Fraktionen

In mehr als zehn Jahren Tätigkeit im Kreisvorstand prägte Monegel die Arbeit der CDU Dortmund entscheidend und nachhaltig. Ebenso lange lenkte er die Geschicke der CDU-Ratsfraktion durch mehrere Wahlperioden. Zudem war er viele Jahre lang in mehreren Ausschüssen Sprecher der CDU-Fraktion und vertrat die Interessen der Stadt in wichtigen Aufsichtsräten und Gremien.

„Die Suche nach der besten Lösung im Sinne der Stadt, im Sinne der Menschen war seine Motivation. Seine Art Politik zu gestalten war immer an der Sache orientiert, eine Verhaftung in Ideologien war ihm fremd. In Debatten zeichnete er sich durch seine fein pointierten Wortbeiträge aus, die er nie mit dem Säbel, sondern immer mit dem feineren Florett vortrug: ein Intellektueller mit der Fähigkeit zu hintergründigem Humor und feiner Ironie“, beschreibt ihn die Fraktion treffend in ihrem Nachruf. Die feinen, geistreichen Wortgefechte, die sich Ulrich Monegel in den Finanzausschuss-Sitzungen gern mit Kämmerer Jörg Stüdemann lieferte, waren Kult.

Mit seiner Arbeit erlangte Ulrich Monegel auch bei den anderen Fraktionen über die Parteigrenzen hinweg große Anerkennung und Respekt. Erst im November hatte der Rat ihn zum ehrenamtlichen Bürgermeister dieser Stadt gewählt.

Das Ergebnis wichtiger als die Schlagzeile

„Ulrich Monegel zog dem großen öffentlichen Auftritt stets die sachliche und produktive Diskussion mit dem Blick in die Augen seines Gegenübers vor. Ihm war stets das Ergebnis wichtiger als eine Schlagzeile. Sein Blick in der Betrachtung führte immer in die Mitte der Gesellschaft“, würdigte ihn der CDU-Vorstand.

Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) sieht es ebenso in seinem Kondolenzschreiben: „Er war in der Politik ein Brückenbauer und auch Kämpfer, der aber immer um den Ausgleich bemüht war.“ Monegel habe sich stets in der Verantwortung für die gesamte Stadt gesehen, sich aber nie selbst in den Mittelpunkt gestellt. „Wir alle haben einen tollen Dortmunder verloren“, so Westphal.

Verlässlicher Partner für die Verwaltungsspitze

Ulrich Monegel war auch ein wichtiger Gesprächspartner für den früheren Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD), der mit Bestürzung auf die Todesnachricht reagierte: „Ulrich Monegel war lange Jahre ein verlässlicher Partner in der Arbeit für die Zukunft der Stadt Dortmund. Sowohl als CDU-Fraktionsvorsitzender als auch Vorsitzender des Finanzausschusses hat er mit hoher Kompetenz und Kreativität agiert.“

Ulrich Monegel war beruflich Personalentwickler bei Gelsenwasser und gerade ein Jahr lang im Ruhestand als ihn der Tod ereilte. Der ausgeprägte Familienmensch hinterlässt eine Frau und drei Söhne.

Wegen der Corona-PandemieDigitales Kondolenzbuch

  • Es gibt sicherlich sehr viele Menschen, die gerne kondolieren würden. Üblicherweise wird dafür von der Stadt ein Kondolenzbuch ausgelegt. Wegen der Corona-Situation ist dies leider nicht möglich.
  • Deshalb wird ein digitales Kondolenzbuch online im Laufe des 11. Dezember auf dortmund.de zur Verfügung gestellt, das unter folgendem Link zu finden ist: kondolenzbuch.dortmund.de. Vom 11.12. 20 bis zum 20.12.20 können Trauernde sich dort eintragen.
  • Alle Einträge werden später der Familie des Verstorbenen gebunden zugesandt.
Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
Zur Autorenseite
Gaby Kolle
Lesen Sie jetzt