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Über 100.000 Euro: Dortmunder Projekt soll benachteiligten Schülern helfen

Das bisher größte Projekt der Dortmund-Stiftung soll benachteiligten Schülern Bildungschancen eröffnen. Über 100.000 Euro stehen zur Verfügung – auch dank eines großzügigen Unternehmers.
© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendtechnologiezentrum KITZ.do hat die Dortmund-Stiftung ein Bildungsprojekt für Dortmunder Schülerinnen und Schüler mit sozialen Nachteilen gestartet. Es ist das größte Projekt ihrer Geschichte, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung.

Es läuft unter dem Namen „Fit für die digitale Bildung – Homeschooling im KITZ.do“, kurz „Homeschooling“. Das Ziel: insbesondere sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, nicht nur fit für den digitalen Unterricht zu werden, sondern auch gezielt Versäumtes unter der präzisen Anleitung von Fachpersonal nachzuholen.

„So können Bildungslücken perspektivisch geschlossen werden, die sich in der Erwerbshistorie negativ auswirken könnten. Durch die finanzielle Unterstützung der Dortmund-Stiftung ist das Angebot für die Schülerinnen und Schülern kostenlos,“ heißt es in der Mitteilung.

Fokus auf MINT-Fächern

Die Leiterin des KITZ.do, Dr. Ulrike Martin, sagt dazu: „Der pandemie-bedingte Wegfall von Kita, Schule, Hausaufgabenhilfe und Spielplätzen ist insbesondere für benachteiligte Kinder und Jugendliche folgenschwer. Jetzt müssen der Ausgleich entstandener Nachteile und die Prävention weiterer negativer Folgen im Mittelpunkt stehen – es gilt, Bildungs- und Motivationslücken entgegenzuwirken.“

Der Fokus liege dabei auf den MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Der Vorstand der Dortmund-Stiftung, der das Konzept mit dem KITZ.do ausgearbeitet hat, freut sich. Vorstandsvorsitzender Dr. Guido Quelle: „Mit dem Projekt ‚Homeschooling‘ wollen und werden wir einen Beitrag dafür leisten, dass insbesondere sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche sich nicht abgehängt fühlen, sondern dass sie den Anschluss behalten und gezielt gefördert werden.“

Über 100.000 Euro zur Verfügung

Auch die positive Resonanz auf Spendenanfragen, vorwiegend von Dortmunder Unternehmen, aber auch aus Verbänden und über Dortmunds Grenzen hinaus, sei sehr erfreulich. „Wir haben für das Projekt bei Unternehmen und Verbänden über 50.000 Euro einwerben können“, teilt Quelle mit.

Doch bei der Summe bleibt es nicht: Ein Unternehmer, der namentlich nicht genannt werden möchte, hatte von Beginn an zugesagt, die eingespielte Spendensumme zu verdoppeln. So habe man jetzt über 100.000 Euro für das Projekt zur Verfügung.

Die Unterstützer sind namentlich der Bundesverband Mittelstand (München), die Consilium Finanzmanagement AG (Dortmund), DEW21 (Dortmund), die Dula-Werke Dustmann & Co. KG (Dortmund), das Europäische Wirtschaftsforum (Berlin/München), die Krückemeyer GmbH (Wilnsdorf), Lensing Media, die Murtfeldt Kunststoffe GmbH & Co. KG (Dortmund), der Rotary Club Dortmund-Hörde, die Sparkasse Dortmund, die Union Mittelständischer Unternehmen (München) sowie besagter Unternehmer, der die Spendensumme verdoppelt hat und namentlich nicht genannt werden möchte.

Dr. Ulrike Martin sagt zum Ablauf: „Das Konzept sieht vor, dass fünf feste Gruppen pro Woche in einer Gruppenstärke von 10 Schülerinnen und Schülern für vier Stunden über den Zeitraum von drei Monaten ins KITZ.do kommen, danach werden die Gruppen gewechselt. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos, macht aber nur Sinn, wenn man an allen Terminen teilnimmt.“

Um Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu informieren und zu gewinnen, arbeite man eng mit dem Schulverwaltungsamt und kooperierenden Schulen zusammen.

Dieser Ansatz der Längerfristigkeit stelle sicher, dass es sich nicht um eine „Eintagsfliege“ handele. Guido Quelle zeigt sich überzeugt: „Mit der Kontinuität in diesem Projekt stellen wir sicher, dass sich die Kinder und Jugendlichen gezielt weiterentwickeln und nicht nur gelegentlich erscheinen, denn das würde keine Wirkung erzielen.“ Auch an die jeweiligen Einschränkungen in den Lockdown-Phasen habe sich das Projekt angepasst, so dass die Arbeit in großen Schritten vorangehe. Sobald es laut Coronaverordnung möglich sei, werde das Projekt wie geplant in Präsenz umgesetzt, die ersten Gruppen nähmen bereits online teil.

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