Trotz Mord-Plan an Lehrer: Weniger Sonderpädagogen für Martin-Luther-King-Schule

Martin-Luther-King-Gesamtschule

Im Mai entkam ein Lehrer der Gesamtschule nur knapp einem Mordversuch seiner Schüler. Trotz des Vorfalls will die Bezirksregierung an der Schule nun Stellen kürzen.

Dortmund

, 09.07.2019 / Lesedauer: 2 min
Trotz Mord-Plan an Lehrer: Weniger Sonderpädagogen für Martin-Luther-King-Schule

Drei Schüler der Martin-Luther-King-Gesamtschule planten im Mai einen Mord an ihrem Lehrer. Der Plan scheiterte. © Stephan Schuetze

Weil er misstrauisch wurde, kam er mit dem Leben davon: Drei Schüler der Martin-Luther-King-Gesamtschule hatten sich im Mai verbündet, um ihren Lehrer zu töten. Weil der den Hinterhalt der Schüler erkannte, scheiterte der Mordversuch.

Nur zwei Monate später hat die Bezirksregierung Arnsberg offenbar angekündigt, die Stellen für Sonderpädagogen an der Schule zu kürzen. Das berichtet Schulleiterin Ellen Kreis gegenüber dieser Redaktion. Um insgesamt 36 Unterrichtsstunden sonderpädagogische Betreuung pro Woche soll es gehen. Schriftlich vorliegen hat Kreis diese Entscheidung jedoch noch nicht, ein offizieller der Bescheid der Bezirksregierung steht also noch aus.

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Kreis zeigte sich im Gespräch enttäuscht. „Das wird den Kindern nicht gerecht“, sagte sie. Diese Kürzungen würden auch Klassenlehrer betreffen. „Hier geht es um Kinder, die Vertrauen zu ihren Lehrkräften gefasst haben“, sagt sie. Dieses Vertrauen werde durch die Kürzung zunicht gemacht.

Bedarf an Förderschulen offenbar noch größer

Die Bezirksregierung wiederum verweist laut WDR auf den landesweiten Mangel an Sonderpädagogen und erklärt, dass beispielsweise Förderschulen noch dringender auf diese angewiesen seien.

Auch der betroffene Lehrer, Wolfgang W., äußerte sich gegenüber dem Sender zu der Ankündigung der Bezirksregierung: „Es muss ins Bewusstsein kommen, dass wir Lehrer hier auch mit jungen Menschen arbeiten, für die wir nicht ausgebildet sind“, wird er zitiert.

Die Bezirksregierung zeigte sich unterdessen gesprächsbereit. Mit dem Dortmunder Schulamt wolle man schauen, welche Unterstützung die Martin-Luther-King-Gesamtschule dennoch bekommen könne.

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