Trotz Linksrucks im Bund: Prominente Wirtschafts-Leute wollen SPD-Mann Westphal zum OB machen

dzKommunalwahl 2020

Der Wahlkampf für die Oberbürgermeister-Wahl im September 2020 nimmt langsam Fahrt auf. SPD-Kandidat Thomas Westphal bekommt dabei ungewöhnliche Unterstützung aus der Dortmunder Wirtschaft.

Dortmund

, 10.12.2019, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei Podiumsdiskussionen mit Oberbürgermeister-Kandidaten haben in der Regel die Vertreter von CDU oder FDP ein Heimspiel. Vor der nächsten Kommunalwahl im September 2020 könnte das anders sein. Denn SPD-Kandidat Thomas Westphal kann offenbar auf eine breite Lobby aus der Dortmunder Wirtschaft bauen.

„Wir wählen Westphal“ heißt eine Wählerinitiative, auf deren Erstunterzeichner-Liste einige überraschende Namen aus der Dortmunder Wirtschaft auftauchen.

Der Ort für die Vorstellung der Initiative war mit Bedacht gewählt. Im Friseursalon Kulig an der Balkenstraße, nur einen Steinwurf vom Rathaus entfernt, kam die illustre Runde von Erstunterzeichnern des Wahlaufrufs für Thomas Westphal zusammen. Hier hat sich schon Alt-OB Günter Samtlebe immer die Haare schneiden lassen, erklärte Friseurmeister Frank Kulig, der auch Obermeister der Friseur-Innung ist.

Rückendeckung fürs Handwerk

Vor allem beim Handwerk scheint Westphal als Chef der Dortmunder Wirtschaftsförderung einen Stein im Brett zu haben. Neben Kulig sind auch Ralf Marx als Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und Kreishandwerksmeister Christian Sprenger, Geschäftsführer eines Metallbaubetriebs, Mitstreiter in der Wählerinitiative.

Gemeinsam mit Rene Scheer, Ehrenvorsitzender des Unternehmensverbandes Östliches Ruhrgebiet und Sprecher der Ehrenmeisterrunde der Reinoldigilde, gehört Sprenger auch zu den Initiatioren des Bündnisses. Dem gehören weitere prominente Wirtschaftsvertreter aus der Region an - von Dr. Jochen Opländer (Wilo) über Remondis-Geschäftsführer Dr. Ansgar Fendel bis zum jungen Unternehmensgründer Till Kummer.

„Wir brauchen an der Spitze der Stadt jemanden, der alle Seiten der Stadt kennt, von der Wirtschaft über die Politik bis zur Verwaltung“, erklärt Rene Scheer das Engagement für den Wirtschaftsförderungs-Chef. Westphal sei immer gesprächsbereit und habe dem Handwerk Rückendeckung gegeben, ergänzt Ralf Marx aus Sicht der vertretenen Handwerker.

Person statt Partei

Dass sie sich als Unternehmer ausgerechnet für einen SPD-Kandidaten stark machen, ist für die Beteiligten kein Widerspruch. Das Engagment hänge nicht an der Partei, sondern an der Person, erklärt Scheer.

Auch den Vorwurf, Lobbyarbeit für eigene Wirtschaftsinteressen zu machen, weist er zurück. Man sei offen für alle, sagt Scheer. Immerhin gehören dem Kreis der gut 30 Erstunterzeichner auch Gewerkschafterin Ulrike Hölter, der Geschäftsführer der jüdischen Gemeinde Leonid Chraga und Ex-Diakonie-Geschäftsführerin Anne Rabenschlag an.

Der Wahlkampf mit CDU-Kandidat Andreas Hollstein und einer noch unbekannten Grünen-Kandidatin (oder einem grünen Kandidaten) dürfte spannend werden.

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