Tresor im Teppich abtransportiert: 47-Jähriger wittert bei Prozessauftakt Intrige

dz100.000 Euro Beute

Bei einem Tresor-Coup verschwanden Geld und Schmuck im Wert von 100.000 Euro. Ein Mann aus der Nordstadt protzte mit einer Beuteuhr - und steht nun unter Panzerknacker-Verdacht.

Dortmund, Bochum

, 19.10.2018, 15:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit vehementen Unschuldsbeteuerungen hat am Freitag vor dem Bochumer Landgericht ein Prozess um einen spektakulären Tresor-Diebstahl aus einem Wohnhaus in Datteln begonnen. Ein vielfach vorbestrafter Wohnungseinbrecher aus der Nordstadt versicherte zum Auftakt: "Ich habe in meinem Leben schon viel gemacht - aber damit habe ich nichts zu tun."

Der 47-Jährige, der zurzeit im "Lübecker Hof" noch eine alte Haftstrafe absitzt, fühlt sich von einem Mithäftling aus der Gefängnisküche schamlos angezinkt. Die ehemaligen Einbrecher-Komplizen haben sich offenbar heftig zerstritten.

Tresor im Teppich abtransportiert

Der Einbruch, um den es im aktuellen Prozess geht, liegt bereits mehr als drei Jahre zurück, passierte am 26. Januar 2015. Der Angeklagte und sein damaliger Komplize sollen in einem Wohnhaus in Datteln kräftig abgeräumt haben. Laut Anklage wurde ein schwerer Panzerschrank, in dem die Hausbewohner ihre ganzen Ersparnisse aufbewahrt hatten, abmontiert, mit Hilfe eines Teppich abtransportiert und später aufgebrochen.

Als erbeuteten Inhalt des Tresors listete Staatsanwalt Dr. Karsten Hake am Freitag vor der 1. Strafkammer "51.500 Euro Bargeld sowie Papiere, Schmuck und mehrere Handtaschen der Marke Louis-Vuitton im Wert von weiteren 50.000 Euro" auf. Macht unterm Strich mehr als 100.000 Euro Gesamtbeute.

Beute-Uhr gekauft

Der Angeklagte will gar nicht bestreiten, dass er anschließend mit einer 2400 Euro teuren Uhr aus der Beute hantiert hat. Dass die Armbanduhr aus einem Diebstahl stamme, sei ihm bewusst gewesen. Er beteuert jedoch: "Ich habe die Uhr von dem Mann gekauft, der mich jetzt zu Unrecht als Mittäter beschuldigt."

Dass er sich dadurch möglicherweise wegen Hehlerei strafbar gemacht habe, sei ihm bewusst. Mit dem Panzerschrank-Einbruch selbst habe er jedoch absolut nichts zu tun. Für den 26. Januar 2015 will er angeblich sogar ein Alibi haben. Der 47-Jährige: "An dem Tag war ich auf einem Kindergeburtstag, aber nicht am Einbrechen."

Angeklagter ist kein unbeschriebenes Blatt

Fakt ist: Der Mechaniker aus der Nordstadt ist bereits massiv einschlägig vorbestraft und hat schon zahlreiche Gefängnisaufenthalte hinter sich. Urteil: voraussichtlich am 31. Oktober.

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