Tödlicher Rocker-Streit: Fahnder erhielten frühen Hinweis

Landgericht

Vor einem Jahr wurde in Gelsenkirchen ein Mitglied der Freeway-Riders erstochen. Verdächtig sind vier Bandidos – einer kommt aus Dortmund. Vor Gericht schweigt er weiter.

Dortmund/Essen

, 25.11.2019, 17:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tödlicher Rocker-Streit: Fahnder erhielten frühen Hinweis

Schweigen weiter: Die Angeklagten im Rockerprozess - neben ihren Verteidigern. © Jörn Hartwich

Nach einem tödlichen Streit im Rockermilieu hatte die Polizei schon früh einen Hinweis. Das ist am Montag vor dem Essener Landgericht bekannt geworden. Trotzdem sollte es bis zu den Festnahmen der vier Angeklagten noch rund ein halbes Jahr dauern. Einer der Männer kommt aus Dortmund.

Die Polizei hatte damals nicht nur sofort den Gelsenkirchener Tatort abgeriegelt, sondern gleich mit der Befragung der Anwohner begonnen. Es war gegen ein Uhr in der Nacht, als die Bewohner aus ihren Betten geklingelt wurden. Eine junge Frau hatte auch tatsächlich etwas gesehen.

Auswertung einer Funkzelle führt die Polizei auf die Spur der Angeklagten

Sie war durch Lärm auf der Straße wach geworden. Ihre Beobachtung gab sie damals, am 13. Oktober 2018, auch sofort zu Protokoll. Sie hatte aus ihrem Fenster drei dunkel gekleidete Männer gesehen, die in ein ebenfalls dunkles Auto eingestiegen sind. Der Fahrer habe schon im Wagen gesessen.

Am Ende war es eine Auswertung der Funkzelle, die die Polizei zu den Angeklagten führte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie es auf die Kutte des Opfers abgesehen hatten, die bis heute verschwunden ist. Sie könnte im Auto des Dortmunders gelegen haben. Dort gibt es eine Blutspur.

Das Mitglied der Freeway-Riders war nach einer Party seines Motorradclubs erstochen worden. Die Anklage lautet auf Totschlag.

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