Thor Steinar: Neonazi-Lieblingsmarke eröffnet Laden in der Dortmunder Innenstadt

dzMode

Seit Donnerstag befindet sich in der Dortmunder City die einzige westdeutsche Filiale der vor allem bei Nazis beliebten Bekleidungsmarke Thor Steinar. Die Reaktionen folgten prompt.

Dortmund

, 30.08.2019, 11:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Logo ähnelt einer Wolfsangel, die schon von der SS als Symbol verwendet wurde, die Betreiber haben Kontakte zur rechten Szene, die Kleider sind bei Rechtsgesinnten beliebt: Die Bekleidungsmarke Thor Steinar hat am Donnerstag (29.8.) ein Geschäft unter dem Namen „Tønsberg“ am Brüderweg 15 eröffnet.

Das verkündet die Firma selbst auf ihrer Internetseite. Und auch Kundschaft gab es schon: Auf dem Twitter-Account der Partei „Die Rechte“ ist ein Bild von einer Thor-Steinar-Einkaufstüte zu sehen, zusammen mit dem Spruch „Schöner leben mit ‚Naziläden‘.“ Dortmund sei um ein „interessantes“ Ladenlokal reicher, heißt es auf der rechtsextremen Seite „Dortmundecho“.

„Kein Bock auf Nazi-Laden“

Die Reaktionen im Netz ließen nicht lange auf sich warten. „Wir haben keinen Bock auf einen Nazi-Laden in der Innenstadt und hoffen, dass da was gegen passiert“, schreibt beispielsweise die Autonome Antifa 170 auf Twitter. Andere antifaschistische Gruppen äußern ebenfalls ihren Unmut. Niemand scheint bereit, das Geschäft zu akzeptieren.

„Sorgen wir dafür, dass das nicht lange so bleibt“, schickt die Autonome Antifa in einem zweiten Tweet hinterher.

Auch die Gruppe Mean Streets Antifa Dortmund will gegen die Neueröffnung aktiv werden: „Überlegt euch was!“, fordern die Aktivisten ihre Follower auf. „Antifa und die Verhinderung von solchen rechten Läden ist #DIY“, also Do-It-Yourself-Arbeit. Gleichzeitig fordern sie die Stadt Dortmund auf, sich für die rasche Schließung des Geschäfts einzusetzen.

Einen konkreten Vorschlag machen die Dorstfelder Quartiersdemokraten: „In vielen Städten haben in der Vergangenheit Aufklärungsarbeit sowie zivilgesellschaftliches Engagement dazu geführt, eine kritische Diskussion über rechtsextreme Geschäfte zu fördern“, schreiben sie.

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Nachdem im März in Essen eine Thor-Steinar-Filiale geschlossen hat, ist das Dortmunder Geschäft nun die einzige bekannte Filiale in Westdeutschland. In Essen hatte es über lange Zeit immer wieder Proteste von antifaschistischen Bündnissen gegen den Laden gegeben.

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