Etwa in diese Entfernung haben wir das Feuerzeug gehalten. © Althoff
Mund-Nase-Schutz

Test: Wie dicht sind FFP2-Masken wirklich verglichen mit Stoff und Co.?

FFP2-Masken gewinnen aufgrund der neuen Corona-Schutzvorschriften an Bedeutung. Doch wie dicht sind sie wirklich. In unserem Test haben wir sie mit anderen beliebten Masken-Typen verglichen.

„Es gibt Schöneres, aber es funktioniert.“ Auch Michael Mantell würde natürlich lieber ohne FFP2-Maske in seiner Stifts-Apoteheke in Hörde stehen. Aber der Vorsitzende des Dortmunder Apothekervereins weiß, wie sinnvoll es ist, den ganzen Arbeitstag den dichten Mund-Nase-Schutz zu tragen.

Wie sinnvoll, das kann man an einem kleinen Experiment sehen. Außer verschiedenen Masken – FFP2, Baumarkt-Material, aus Stoff, dazu idealerweise noch ein Schal – braucht man nur ein Feuerzeug.

Das zündet man an, hält es sich in wenigen Zentimetern Abstand vor die Nase, ohne dabei die Maske zu verbrennen – und dann pusten! Die Frage: Wie leicht lässt sich die Flamme durch die unterschiedlichen Mund-Nase-Schutz-Varianten auspusten?

Test Nummer 1: der Schal

„Er war eine Notlösung, weil man gar nichts hatte“, sagt Michael Mantell in Erinnerung an Frühjahr 2020, an die erste Corona-Welle in Deutschland. Wer zur Einführung der Maskenpflicht nichts Genähtes oder Medizinisches hatte, behalf sich oft mit dem Schal. „Der gibt aber keinen Schutz für den Träger selbst oder für andere.“

Das kann man sehen, wenn man das Feuerzeug nimmt: Der Luftstrom geht fast ungebremst durch die Maschen. Die Atemluft also nahezu ungefiltert auch. Die Flamme erlischt schon bei mittelstarkem Pusten.

FFP2, Baumarkt, Schal, medizinischer Mund-Nase-Schutz – was ist wie dicht? Ein Experiment verdeutlicht das.
FFP2, Baumarkt, Schal, medizinischer Mund-Nase-Schutz – was ist wie dicht? Ein Experiment verdeutlicht das. © Althoff © Althoff

Test Nummer 2: die Baumarkt-Variante

„Auch die Masken aus dem Baumarkt sind wenig wirksam für den Träger. Eigentlich schützen sie nur gegen Staub“, erläutert der Apotheker.

Das zeigt sich auch beim Feuerzeug-Test. So dicht die Maske auch am Gesicht anliegt – dafür sorgt der Gummizug, der hinter die Ohren geklemmt ist –, so leicht strömt die Luft durch die Maske. Flamme aus, fast ohne Anstrengung.

Test Nummer 3: die OP-Maske (medizinischer Schutz)

„Dieser Mund-Nasen-Schutz ist erheblich besser als Schal oder Baumarkt-Maske, weil durch ihn der Schutz für die anderen gegeben ist“, sagt Mantell. Im Test zeigt sich: Das Auspusten der Flamme gelingt, aber mit mehr Widerstand und Anstrengung.

Aber: Sich selbst schütze man nicht. Und die noch größere Problematik sehe man an den Seiten, so Mantell: In der Regel liegen die Masken dort nicht eng an. „Dort strömt Atemluft ungefiltert ein und aus“, verdeutlicht der Apotheker.

Bei Stoffmasken sei das ähnlich. „Auch wenn da der schönste Modedesigner draufsteht“, so Mantell: „Die haben keine Schutzklasse, weil sie keine Filterleistung haben.“

Michael Mantell, hier auf einem Archivfoto und deshalb ohne Maske.
Michael Mantell, hier auf einem Archivfoto und deshalb ohne Maske. © Archiv © Archiv

Test Nummer 4: FFP2-Maske

Pusten. Fester pusten. Die FFP2-Maske wölbt sich. Die Flamme biegt sich ein bisschen, aber erlischt nicht.

„Hier können Sie sich darauf verlassen, dass die Maske 98 bis 99 Prozent aller Viren herausfiltert, sowohl von innen als auch von außen“, sagt Mantell und verweist auf das CE-Zeichen, das zertifizierte Masken haben. Auf die kann man sich verlassen.

Der Test zeigt deutlich, „dass man an den Masken nicht sparen sollte. Und dass sich jeder überlegen sollte, die Maske zu tragen – und wenn es nur die halbe Stunde beim Arzt ist oder die Stunde beim Einkaufen, also sobald man im öffentlichen Raum oder in geschlossenen Räumen ist“.

Zwar sei die FFP2-Maske ein Einmal-Artikel. Das bedeute aber: Man könne sie acht Stunden tragen. Nehme man sie vorher ab, könne man sie noch weiterverwenden. „Das Wichtigste: dass sie wieder durchtrocknet.“

Wie lange darf ich die Maske tragen?

Es sei erstaunlich, wie viele Risikopatienten die Maske rigoros ablehnten, etwa Menschen mit der Lungenkrankheit COPD. Bei allem Verständnis, so Mantell, „man muss langsam anfangen für kurze Zeit, und dann funktioniert es.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff
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